Vergleich summieren Digital/Analog und die Audioengine...

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Geheimagent
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Re: Vergleich summieren Digital/Analog und die Audioengine...

Beitrag von Geheimagent » 03 Mai 2018 - 15:01

Man sollte sich bei der ganzen Analoggeschichte doch einige Dinge mal vor Augen führen:
- die Dinger fressen viel Strom
- sie haben einen geringeren Dynamikumfang
- Kosten für Pflege und instandhaltung
- Anschaffungskosten
- Transportfähigkeit
- Wärmeerzeugung

Ich respektiere es wenn jemand dafür mit ganz viel Liebe diese Nachteile in Kauf nimmt.

Nur ist es nicht so, dass alle Simulationen sch... klingen, vor allen werden viele dieser Simulationen in Produktionen eingesetzt.

Nachteil der Digitaltechnik ist, dass viele Produktionen heute gleich klingen. Meines Erachtens nach sollte man eine Band soweit wie möglich echt aufnehmen, und soweit wie möglich auf Samples verzichten, damit ist schon mal eine Eigenständigkeit wahrscheinlicher. Summierung macht nacher nur einen verschwindend geringen Teil aus, ob man den jetzt nun analog, analog-simuliert oder nur digital macht sollte doch jeder selbst entscheiden, ohne dafür als Amateuer zu gelten.

Wer die bx_consolen E, G und N mal probiert hat, der wird mit Sicherheit die Vorzüge der unterschiedlich klingenden Kanäle erkennen.

Ich habe mit diversen Konsolen gearbeitet, und dennoch gehöre ich nicht zu den Leuten die es als störend empfinden mit der Maus und Tablet zu mischen. Ich finde es einfach großartig mein Setup zu öffnen, und nicht feststellen zu müssen, irgendwas anders ist, als beim letzten mal. Und ich kann überall am Mix arbeiten egal wo ich bin, in Luft zu Wasser auf Schienen im Bus, im Dschungel, in der Wüste oder auf dem Dach der Welt. Jegliche Naturkatastrophen sind einfacher zu bewältigen, als mit einer Bandmaschine und einem Mischpult im Schlepptau.
Mich hat es auch immer gestört von einem Ende zum anderen zu rollen um 0,5dB irgendwo rauszudrehen.
Das ist meine Sicht der Dinge, dazu stehe ich.
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Stephan S
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Re: Vergleich summieren Digital/Analog und die Audioengine...

Beitrag von Stephan S » 03 Mai 2018 - 16:32

Dem kann ich eigentlich voll zustimmen. Was ich (und wahrscheinlich auch Jan) an der Benutzung von Sims auszusetzen habe ist deren völlig übertriebene Anwendung durch Leute, die es nicht besser wissen oder hören. Es ist nicht selten dass ich Projekte zu sehen bekomme, wo pro Kanal in einer Kette vier bis sechs solcher Dinger drin hängen. Und dann fangen sich sehr extrem deren Nachteile zu addieren. Und das bekommst du auch beim Mastern nicht wieder weg, es ist einfach hinüber. Auf die Spitze getrieben wird dieser Overkill, wenn auch in diesem letzten Prozess noch weiteres von dem Zeuch dazu kommt.
‹(•¿•)›
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Re: Vergleich summieren Digital/Analog und die Audioengine...

Beitrag von Geheimagent » 03 Mai 2018 - 18:13

Stephan S hat geschrieben:
03 Mai 2018 - 16:32
Dem kann ich eigentlich voll zustimmen. Was ich (und wahrscheinlich auch Jan) an der Benutzung von Sims auszusetzen habe ist deren völlig übertriebene Anwendung durch Leute, die es nicht besser wissen oder hören. Es ist nicht selten dass ich Projekte zu sehen bekomme, wo pro Kanal in einer Kette vier bis sechs solcher Dinger drin hängen. Und dann fangen sich sehr extrem deren Nachteile zu addieren. Und das bekommst du auch beim Mastern nicht wieder weg, es ist einfach hinüber. Auf die Spitze getrieben wird dieser Overkill, wenn auch in diesem letzten Prozess noch weiteres von dem Zeuch dazu kommt.
Der Aspekt der Übertreibung war für mich mich bisher nicht so präsent, da bei mir mehrere Plugins in der Signalkette sich einen Job teilen.
Der Summierungsprozess Digital, analog und Digital-analog simuliert sollte der Vergleich ja auch nicht übertrieben zu hören sein.

P.S.: Ich habe noch mal darüber nachgedacht, wegen Übertreibung, da es ja leider manchmal zu Missverständnisse in den Diskussionen kommt, bei Dir und auch einigen anderen würde ich nicht davon ausgehen, dass ihr Geräte oder Plugins korrekt bedient, der Hintergrund (also Deine Kunden) sind da erst mal nicht so sichtbar. Durch einen Hinweis oder auch mehr Infos über die Zeit hinweg, werden dann viele Dinge deutlicher/klarer.
JP_
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Re: Vergleich summieren Digital/Analog und die Audioengine...

Beitrag von JP_ » 04 Mai 2018 - 12:12

Ich sehe in solchen PlugIns eigentlich eher Reparaturwerkzeuge, um mittelmäßigen Aufnahmen oder Arranges etwas mehr künstliche Fülle einzuhauchen. Von dem haben sie sicherlich ihre Berechtigung und Nutzen (auch aus moderner klangästhetischer Sicht), wenn mit Geschmack und in Maßen eingesetzt. Aber gute Aufnahmen "verfeinert" man damit eigentlich eher nicht wirklich, dazu sind die klanglichen Abstriche (gerade was Tiefenstaffelung/Räumlichkeit, Natürlichkeit, Kontur etc. angeht) dann halt oft doch zu groß (da hats dann manche echte analoge HW auch nicht mehr ganz leicht).
Also, und wie immer, auch eine Frage der persönlichen Perspektive. Nur solche Simulationen in einem Atemzug mit den echten Vorbildern zu nennen, finde ich nach wie vor ziemlich unpassend. Da gibts einfach nicht viel zu vergleichen außer virtuellem Look und Namen...
Ich bin auch definitiv der Überzeugung, daß sich viele Anwender schlicht von Lautstärkeunterschieden (wie bzw nach welcher Methode gleicht man die eigentlich möglichst sinnvoll aus...?) blenden lassen; mehr Öbertöne bedeutet ja zwangsläufig auch mehr Energie im Signal,ergo höhere Lautstärke (nicht verwechseln mit höherer Lautheit). Ein ordentlich gemachter LU-Blindtest wäre sicher mal ganz aufschlußreich. Ich hatte ja schon mal einen Test initiiert, leider ohne weitreichende Resonanz (was mich immer zu der Frage führt, warum Leute, die hier immer gerne ihre Meinung mitteilen sich bei sowas so höflich und ausdauernd zurückhalten...)
Geheimagent
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Re: Vergleich summieren Digital/Analog und die Audioengine...

Beitrag von Geheimagent » 04 Mai 2018 - 12:55

Ich gehe davon mal aus, dass man die Lautstärke anpasst um halt nicht sich davon blenden zu lassen. Das mit der Lautstärke ist doch ein bekannter Trick aus der Werbung im Fernsehen. Wieviele Zuschauer greifen dabei automtisch zur Fernbedienung um nachzuregeln oder auf Mute zu stellen, gar nicht mal wegen der Werbung, sondern wegen dem Lautstärkeunterschied.

Grenzen der Software-Simulationen hatte ich bereits genannt, dass nämlich nur ein Gerät/Kanal oder Einstellunge etc. einmal simuliert wird, am ehesten bei einer dopelten Gitarrenamp-Simulation zu hören. (siehe meine erste Antwort in diesem Beitrag). Sind einem solche Dinge bewusst, kann man damit entsprechend umgehen.

Sowohl in der Hardware und Softwarewelt stimmen häufig Reglerpositionen nicht 100% überein, das sollte man auch einbeziehen. Oft weißt schon das Vorbild der Hardware Differenzen zu dem Vorbild einer anderen Simulation des selben Hardwaretypen auf. Bei der Software selber gibt diese Differenzen bei einem Typen nicht, das Fairchild-Plugin von Waves wird bei jedem von uns gleich klingen bzw. wird es messbar sein.

Auf der anderen Seite weist z.B. der Zynaptiq Boss darauf hin, dass Computer zu weit aus mehr in der Lage sind, als Analoge Vorbilder zu simulieren, die Plugins dürften da eigentlich für sich sprechen.

Gute Audio-Referenzen werden einem doch Aufschluss geben, ob man selber gut genug ist. Es sind in den meisten Fällen nicht die Tools, sondern der der damit umgeht. Referenzen werden wohl nur vermieden, um sich nicht eine niederschmerternde Kritik einzufangen, denn vor einer Referenz kann man sich nicht rechtfertigen.
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