Abmischen

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menkee
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Abmischen

Beitrag von menkee » 16 Nov 2016 - 8:06

Hallo zusammen
Ich habe einen fertigen Track den ich jetzt gerne abmischen möchte, zu erwähnen ist, dass ich elektronische Musik produziere.
Mir fällt nun auf, dass der Kickdrum sehr schnell in den roten Berech kommt und im vergleich zu meinen Virtuellen Synths sehr sehr leise ist.
Das heist der Kickdrum ist mit der Lautstärke bereits am limit während ich mit den Synths sehr weit unten bin mit dem Volumen. Somit ist der ganze Track sehr sehr leise und hat kum Druck. Wenn ich mit den Synths anfange zu abmischen, ware dann der Kickdrum viel zu leise und man würde ihn kaum höhren.
Wie soll ich damit umgehen? Der Kickdrum ist übrigends ein Audiofile, was meiner Meinung nach lauter wie die virtuellen Synths sein müsste. Wie ihr sehen könnt, benötige ich Hilfe :-)
teloy
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Re: Abmischen

Beitrag von teloy » 16 Nov 2016 - 8:52

...beim mischen lernt man nie aus...

du hast warscheinlich lange gefumnelt beim produzieren und hast dich nun auf bestimmte level eingeschossen...klassiker...

du wärst erstaunt, wieviel leiser so manches sein darf....
und was ein kleiner kniff im eq so alles nach vorne bringen oder wegschmeicheln oder freiräumen kann...freiræume sind wichtig...wenn die elemente nicht athmen kônnen und sich nicht gegenseitig auch mal platz lassen, sich gegenseitig begünstigen, ist auch kein platz da um es krachen zu lassen...

das mischen ist ein arbeitsgang für sich....
und erst mit erfahrung werden produktion und mix mehr und mehr zum selben weg...

rhythmusgruppe braucht einen bus...
bass braucht einen bus...
synthgetümmel braucht einen....
und die leads ebenso....
kik und bass dürfen gerne auch mal per sidechaining miteinander reden und so am ende miteinander um die wette pumpen...

du brauchst referenzlautstärken fürs abhören.....ein arbeitslevel....und ein fun n loud level....
das müssen zwei paar schuhe bleiben...strikt....
das arbeits level sollte dir ruhig ein bisschen zu leise vorkommen...am anfang...
sonst ermüdet dein gehör zu schnell und verlierst gleich wieder jedes mass zueinander...

wenn wir von dotzball mucke reden, ist die kik erstmal innere referenz....
und nein, die sollte nicht an der knirschgrenze liegen....
alles andere richtet sich danach aus...
mach dir keine sorgen úber allgemeine endlautstärken...
endlautstärken kommen eh erst so richtig mit dem brickwalllimiting....
und das kommt zum schluss...
wenn du 24 bit fährst, dann haut dir nichts nach unten ab....no worries...

du solltest in der summe von anfang an in einen compressor mixen....aber soft....
busse sollten auch compression haben...
aber heiss fahren darfst du die erst im laufe des mixing prozesses...nicht von anfang an...
sonst kannst du das eq'ing nicht wirklich beiurteilen....
eq'ing und compression zu und miteinander ist immer das a und o. eines guten mixes....

mumpf ist immer ein problem....was bei dir zuhause drückt, drückt deshalb noch lange nicht auf pa...
tiefe mitten sind immer eine falle...eine viel grössere als das wirkliche low end....
mumpf ist aber gerne mal die ecke die zuhause den vermeintlichen druck vorgaukelt....also vorsicht....

sieh zu, das kik und bass, knackik und schlank bleiben und miteinander sinn machen....
der wirklich dicke wumms und enddruck kommt nur, wenn diese elemente schön miteinander arbeiten...und lassen sich immer nachregeln...also .schieb nicht alles gleich wieder auf knirsch....
trainiere deine ohren....

also alles auf null....und rhythmusgruppe zuerst stellen....mit headroom....knack und peng und rumms kommen im detail, nicht mit der keule....

sieh deinen mix immer als gebäude mit fixen etagen....

und die sind von oben nach unten....air, highs, high mids, low mids, low end, sub....
air macht den glanz....highs machen die klarheit, high mids die kontur, low mids den mumpf der entweder eben mumpf bleibt oder knackige kraft bekommt und low end macht, das es den bauch wohlig kitzelt und sub das die hütte bebt....sofern die low mids und lows dazu sinn machen...wer hier zuviel hat, wird immer am ende kraft vermissen....weniger ist immer mehr....
...SHARE MUSIC FROM HAND TO HAND AND EAR TO EAR...
....coincidence is code.....RAW RUMBLE CODE.
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Re: Abmischen

Beitrag von Saxer » 16 Nov 2016 - 9:30

und es ist in keinem fall etwas zu leise, wenn dein mix in den roten bereich kommt, sondern nur etwas zu laut. leg deinen mix so an, dass die kickdrum bis ungefähr -15dB geht, der rest wird daran angepasst. ganz am ende, nach dem mixen, wird der fertige mix erst laut gemacht, das ist dann auch ein extra arbeitsschritt. bis dahin sollte überhaupt nichts rot sein und einen gesunden headroom nach oben haben.
klugscheiß: wenn man orangensaft haben will, drückt man die orangen nicht beim wachsen, sondern wenn sie reif sind. dann kommt auch richtig saft raus! :-)
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Re: Abmischen

Beitrag von menkee » 16 Nov 2016 - 9:35

WOW, diese Worte.....vielen Dank (clap) so viel hat selten jemand für mich geschrieben. Aber ich glaube ich habe dich verstanden. Ich wird mich jetzt mal nur mit den Drums auseinander setzten.
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Re: Abmischen

Beitrag von menkee » 16 Nov 2016 - 11:10

Also, ich habe die letzten zwei Stunden damit verbracht den Track so zu mixen wie beschrieben. Ich habe sämtliche BUS Gruppen erstellt und alles nochmals abgemischt. Ich würde sagen es klingt gut. Alles ist sauber und nichts ist am Limit. Vielen Dank für die Tips, ich bin wirklich dankbar. Nun ist es so, dass wenn ich den track mi anderen Tracks vergleiche das Gesammt Volumen viel zu tief ist. Ich bin mit dem Kopfhörer am Anschlag. Was nun?
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Re: Abmischen

Beitrag von JP_ » 16 Nov 2016 - 14:02

Du musst deine Referenztracks leiser machen, um einen fairen Vergleich zu haben.
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Re: Abmischen

Beitrag von J. Alf » 16 Nov 2016 - 14:57

Ich stimme bei dem meisten zu.

Jedoch mische ich in meinem Workflow immer sehr früh mit Kompression, EQ und auch Limiter auf dem Master Bus.
Denn das wird immer auch den Mix beeinflussen und ich möchte das gerne früh hören und beeinflussen.

Die alte Schule ist da natürlich nicht. Aber in meiner Realität gibt es selten extra noch einen Mastering Engineer. Dafür viele Recalls - also sehr interaktiv mit den Kunden.

Will damit nur sagen, es gibt nicht nur einen richtigen Weg! Gerade bei elektronischer Musik mischt man ja hauptsächlich durch Soundschrauben und Arrangement.
Natürlich soll man fein weg bleiben von clipping und technisch sauber arbeiten.

Am Ende macht es die Erfahrung und die eignen Präferenzen.

LG
Jonas

PS: Lass mal was hören!
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Re: Abmischen

Beitrag von menkee » 16 Nov 2016 - 17:34

Ich habe den ganzen Tag damit verbracht das Ganze mal abzumischen. In meinen Ohren klingt das ganz gut, zumindest sehr sauber. Aber ich überlasse das mal euch zu bewerten. Damit es einbisschen abwechslung hat, habe ich einfach mal kopiert :-) damit nicht immer das gleiche zu höhren ist. Das ist also nicht das arrangement. Damit habe ich noch gar nicht begonnen. Höhrt mal rein....geht nur darum euch zu zeigen wie es jetzt klingt. Auf dem Master habe ich nun: Linear EQ, Multipresser, Limiter und Compressor hinzugefügt.

https://mega.nz/#!FoFjXRZJ!hwAw_2HrnRGT ... q4KnLU1ZvY

Weiteres finde ich den track weiterhin leise.....was kann ich dagegen machen?
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Re: Abmischen

Beitrag von Stephan S » 17 Nov 2016 - 8:51

Wenn du lernen willst, besser und lauter zu mischen, lass das Zeug in der Summe weg. Der Workflow von Alf funktioniert nur, weil er es bereits kann. Viel wichtiger ist, sich zunächst auf die einzelnen Kanäle zu konzentrieren- wenn die stehen, kannst du dich um Bearbeitung der Busse kümmern, wobei auch dann die Summe unbearbeitet bleiben sollte. Die meisten Punkte machst du, wenn du genau untersuchst, wo zu viel Pegel ohne hörbare Lautstärke verbraucht wird- dies ist oft bei BD, Bass und Gesang der Fall. Weißt du, welche Frequenzen welches Instrument stark machen?
Es hilft, sich mit den Kurven gleicher Lautstärke zu beschäftigen. Außerdem ist es gut, an jeder Stelle zu bestimmen, wer oder was im Mix grad die Nase vorn hat. Generell gilt immer die Frage, was dem Im Weg steht, bevor Lautstärke und Kompression ins Spiel kommen.
Wenn das alles gelöst ist, kannst du dich um die Bearbeitung der Instrumentengruppen kümmern. Auch diese können und müssen manchmal automatisiert werden.
Je gleichmäßiger der Pegel dann am Ende ist, desto besser kann jemand, der sein Handwerk versteht, dir dann die Summe in die optimale Lautstärke bringen. Hier allerdings darf betont werden, dass der Lautstärkekrieg seit einiger Zeit vorbei ist und viele aktuelle Produktionen auf Streaming und Download Portalen inzwischen lauter sind, weil sie eben nicht bis an die Kante zusammengedrückt wurden. Dafür gibt es technische Gründe, die dich aber bei deiner Arbeit am Mix erstmal nicht interessieren müssen.
‹(•¿•)›
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Re: Abmischen

Beitrag von J. Alf » 17 Nov 2016 - 9:41

Ich glaube du bist insgesamt auf einem ganz guten Weg. Aber Stephan hat Recht.
Vergiss erstmal wieder, was ich meinte. Gerade auch so was wie einen Linear EQ aufm Master, brauchst du gerade nicht!

Ich würde sogar noch tiefer gehen. Das haben mit viele Creative Director eingebläut, wenn ich immer meinte das Problem kann man später im Mix beheben.

Konzentriere dich nicht zu sehr aufs Mischen! Die Produktion und Arrangement an sich ist erstmal viel wichtiger.
Wenn du Drums willst, die fett klingen, dann such dir fette Samples.

Mischen kommt später. Ich hab letzten Sommer in den USA einen Sänger aufgenommen, der hat seine Parts so geil arrangiert, dass sie so sofort dicht und fett klangen. Durch Dopplungen, Harmonien und Adlips. Das ganze lies sich so leicht mischen. Brauchte keine Verlegenheits-Delays um irgendwelche Löcher zu stopfen, oder sonstiges Gefummel.

Mit anderen Worten: wenn du mehr Punch willst, mach das Ausgangsmaterial schön punchy. Wenn du mehr Brillanz willst, dann pack ein Instrument ins Arrangement, was das High End bedient, statt irgendwo mega Höhen rein zudrehen.

Stephan sagte das ja auch schon: Es können nicht 2 Elemente im gleichen Bereich dominieren. Gib ihnen jeweils die Möglichkeit hier und da mal zu glänzen.
Und zwar im Arrangement!

Gerade was das Mischen angeht ist Youtube mittlerweile eine seeeeehr gute Schule! Da findest du zu jedem Problem, welches du hast zumindest gute Denkanstöße.
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Re: Abmischen

Beitrag von Stephan S » 17 Nov 2016 - 9:59

Oh jeh- habe ich dich Alf genannt... :oops: sorry Jonas.
‹(•¿•)›
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Re: Abmischen

Beitrag von J. Alf » 17 Nov 2016 - 11:03

Stephan S hat geschrieben:Oh jeh- habe ich dich Alf genannt... :oops: sorry Jonas.
Ach watt, alles gut :mrgreen:
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Re: Abmischen

Beitrag von bmc desgin » 18 Nov 2016 - 22:21

Stimme Stefan erstmal vollkommen zu, wenn es um Separatismus der einzelnen Spuren geht - allerdings nicht dann, wenn es um Summen-Komprimierung geht (und hier liegt ja die Wurzel des Übels)... - Ich gebe Stefan recht, wenn er sagt, »für einen Laien, aufwendig - oder nicht nachvollziehbar«... - aber auch in der Summer der Tracks (also Busse), kann man am Pegel und deren Frequenzen schrauben, bis der Pegel am Limit auf dem Out liegt...

Möchte hier nicht Klugscheißern oder so - also immer alles schritt für schritt... - und da hat Stefan ja schon mal einiges geschrieben...
Wenn dann da mal angekommen - bin für weitere Fragen gern bereit .... :-)



cheers
(uiuiui)
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Re: Abmischen

Beitrag von J. Alf » 21 Nov 2016 - 21:24

J. Alf hat geschrieben:Ich hab letzten Sommer in den USA einen Sänger aufgenommen, der hat seine Parts so geil arrangiert, dass sie so sofort dicht und fett klangen. Durch Dopplungen, Harmonien und Adlips..
Ist jetzt auch draußen der Song. Hier, meinte vor allem die 2te Strophe. https://soundcloud.com/william-bolton/s ... heyitsvidi

LG
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