Revox pr99 MKIII Magnetband

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A&F
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Revox pr99 MKIII Magnetband

Beitrag von A&F » 22 Jan 2018 - 18:27

Hallo Zusammen,

im Bereich Tonbandmaschinen habe ich leider nicht viel bis garkeine Erfahrung (mosh)
Ich habe am Wochenende auf einem Flohmarkt allerdings eine Hand voll BASF DP26 Magnetband gekauft, neu und verschweißt!
Fragt mich nicht wieso hah ! (uiuiui)
Irgendwann möchte ich mir aber noch eine Revox pr99 MKIII kaufen.
Nun die Frage, lässt sich die besagte Maschine mit diesem Band was ich gekauft habe, verwenden?
Es gibt ja verschiedene Bandbreiten.. auf einer M15 könnte ich das DP26 zB nicht benutzen oder?

Es handelt sich genau um dieses Tape:
BASF DP26
15cm/
5 3/4 inch
540m
1800ft

Um kurzen Ratschläg wäre ich dankbar :)
.
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Re: Revox pr99 MKIII Magnetband

Beitrag von Bonny » 22 Jan 2018 - 20:40

A&F hat geschrieben:Es handelt sich genau um dieses Tape:
BASF DP26
15cm/
5 3/4 inch
540m
1800ft
Hallo,

diese o.g. Daten sagen mir überhaupt nichts. Ich kenne BASF Studio Tape 911, Agfa, Ampex, 3M etc. aber BASF DP 26 kenn ich nicht.
Und die Breite? Es gibt 1/4 ", 1/2 ", 1" und 2" -Band für entweder Stereotape od. Mehrspuranwendung (4-,8-, 16- od. 24 od. 32-Spur Maschinen. 15 cm Spulen sind kleine Spulen, wohl für Reportage-/Filmtongeräte wie z.B. Nagra od. Stellavox.

Eine Revox PR 99 anzuschaffen ist allerdings eine gute Investition, weil noch tausende Mastertapes herumschwirren, die auf Digitalisierung warten.
Die PR99 sollte aber min. 19/38 cm/sec. Tapespeed haben, da für Mastertapes 38 cm/s (15 ips) Standard war.
Und eine Telefunken M15 ist auch was feines, evtl. werden Adapter für verschiedene Bandteller (Spulen od. offene DIN-Teller) benötigt.

Tja, die alten Analogzeiten....

Wenn du weitere Fragen hast, kannst gerne anfragen, Fotos wären hilfreich.

Gruß, Bonny (hallo
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Re: Revox pr99 MKIII Magnetband

Beitrag von Reglerschieber » 23 Jan 2018 - 15:05

DP ist Doppelspielband für den Heimbereich.
Eine PR99 wird darauf nicht eingemessen sein, kommt auf Grund der verbesserten Mechanik aber mechanisch wohl damit zurecht.

Das DP26 gibts glaub ich nur in 1/4 zoll. Das würde passen, aber für dieses Band würde ich keine pr99 kaufen.
Warum immer nur zuschauen, wenn andere feiern.
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spocintosh
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Re: Revox pr99 MKIII Magnetband

Beitrag von spocintosh » 31 Jan 2018 - 4:45

Vor allem ist es leider so, dass "neu und verschweißt" in diesem Fall leider mitnichten "neu und verschweißt" bedeutet, sondern "alt und verschweißt".
Kurz: Das ist altes Band und altes Band ist...nunja, alt. Damit kann man ein bisschen rumexperimentieren, sofern man das Glück hat, dass es sich beim ersten Einlegen nicht direkt auflöst, zersetzt, in Schichten trennt, den Bandlauf zuschmiert oder reißt.
Darüber kann man vor dem Ernstfall leider nur spekulieren, denn abgesehen von den sehr wenigen Bandsorten, die nach dieser langen Zeit fast immer noch ok sind, ist das eher so eine Art Roulette. Hängt von allem Möglichen ab...Lagerungsbedingungen halt. Kann sein, dass sie ok sind, kann sein, dass nicht. Mit einer leichten bis deutlichen Tendenz zu "eher nicht".

Man *kann* sie sowohl auf einer PR99 als auch auf einer M15 benutzen - würde man aber nicht.
Wenn man mit Papas altem Tonbandgerät rumprobieren möchte, ist das DP, so es noch läuft, wie gesagt, ok. Macht dann sicher lustige Sättigung.
Für Experimente mit einer PR99 oder M15 hingegen nicht, da das Band, selbst wenn es noch im Neuzustand wäre, was es nicht ist, weit unter den Möglichkeiten der Maschinen bleibt. Da nimmt man PER oder LPR. Und zwar nagelneues. Gibt's bei Bluthard, darklab oder Thomann.

Aber ich muss auch nochmal kurz was zum Thema Bandmaschinen loswerden. Viele wollen eine haben, sie ergibt aber auch nur Sinn, wenn sie läuft. Eine Bandmaschine, die läuft, ist komplett revidiert und frisch eingemessen, von jemandem, der ganz genau weiß, wie das geht.
Alles andere, zum Beispiel die PR99 aus den Kleinanzeigen für 800 Euro, die seit 20 Jahren in der Ecke/im Keller/warm und trocken/im Schrank stand, ist mit viel Glück noch ein lustiges Effektgerät, viel wahrscheinlicher aber nurmehr ein abgefahrener Türstopper, bei dem sich im Laufe der ersten Betriebsstunden zuächst die Knallfrösche verabschieden, dann die Motorkondensatoren, dann das Netzteil und zuletzt die Laufwerkslogik.
Und selbst, wenn sie nicht gleich explodiert: Mit dem, was sie mal konnte (und nach einer Revision auch wieder kann, wenn die Köpfe nicht völlig am Ende sind), hat es rein gar nichts zu tun.
Das gilt so bzw. so ähnlich für alle anderen Bandmaschinen genauso, die wenigen Ausnahmen bestätigen die Regel. Diese Ausnahmen kommen aus laufendem oder noch nicht lange eingestelltem Betrieb in professionellem Umfeld, etwa Rundfunkanstalten mit eigener Messtechnik, die turnusmäßig einmal jährlich in der Wartung waren. Die wiederum bekommt man dann aber meist nicht zu Kleinanzeigenpreisen.
Kurz: Bandmaschinen sind was für Menschen, die sich damit auskennen und auch wissen, was hinter der Frontplatte zu tun ist.

No offense meant. Ehrlich. Ich hab drei und weiß, wovon ich rede, weil ich die zerlegen, reparieren und wieder zusammenbauen kann und auch alle nötigen Messgeräte und Bezugsbänder habe - und selbst so ist das ein echt teures Hobby. Kann man das aber nicht, sollte man sich auf wirklich nennenswerte Ausgaben vorbereiten, denn dann muss man Leute bezahlen, die's können.

NB
Eine PR99 ist so ein Totschlagbegriff, denn davon gab es x-verschiedene Versionen.
Die Bandbreite reichte von einer B77 in anderem Gewand bis hin zu technisch knapp unter 'ner 807, wobei die erste Variante die deutlich häufigere war.
Und eine B77 ist eher was nicht ganz so Geiles, wenn man ganz ehrlich ist, selbst im Neuzustand ist die relativ, sagen wir mal *charakterarm*.
Die macht zwar nichts wirklich falsch, aber leider eben auch nicht nichts wirklich geil - was jedoch der ganze Sinn einer BM ist.
Schon eine A77 Mk IV Dolby ist da in jeder Hinsicht deutlich vorn. Und von einer echten Mastermaschine a la Telefunken/Studer/Otari sind beide noch Welten entfernt.

Nur: Wenn man das aber mal kennengelernt hat, macht man auf jeden Fall nie mehr im Leben einen offline bounce oder bemüht ein Simulationsplugin, soviel ist auch klar.
Ich sach ja, das kann 'n teures Hobby werden...

Sorry for OT.
"The needs of the many outweigh the needs of the few - or the one."
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Re: Revox pr99 MKIII Magnetband

Beitrag von Stephan S » 31 Jan 2018 - 6:22

(clap)

Zum Band: BASF hat unter diesem Namen nur bis 1997 produziert.
Danach gab es das wirklich gute 911er (das in etwa dem Ampex/Quantegy 499 entsprach aber deutlich weniger verschliss) bis ca. 2002 von EMTEC (tolle Cassetten und DAT Tapes hatten die auch).
Außer der 900er Serie war eigentlich alles Hobbyzeug, das aus vielen Gründen nichts auf anständigen Maschinen zu suchen hat (jetzt mal ausgenommen die Sachen für Nagra, die ich nicht kenne).
Danach war RMG dran, die gibts auch nicht mehr- und ich weiß auch nicht ob deren Bänder noch den vorher wirklich hohen Standards entsprachen.
‹(•¿•)›
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