Studioumbau, sinnvolle Verkabelung

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Guitarmaster
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Studioumbau, sinnvolle Verkabelung

Beitrag von Guitarmaster » 19 Mai 2018 - 17:11

Hallo,

ich baue mein Tonstudio um,
es kann aber auch sein das ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe und die Lösung sehr einfach ist.
Vorgeschichte:
Ich hatte vorher Links (Midi) & Rechts (Audio) ein Rack, den Mixer vor mir in der Mitte und den Bildschirm dahinter, leider ist meine Sehkraft schlechter geworden, deshalb habe ich den Abstand von mir zum Monitor verkürzt.
Und zwar so:
Links & Rechts ein Rack, in der Mitte meine Tastatur, Midicontroller und dann den Bildschirm.
Ergebnis:
Genial, so und nicht anders.
Problem:
Ich habe keinen Platz mehr für ein grosses Pult.
Aber wie verkabel ich nun meine Midigeräte (EMU Sampler E4XT, Roland JV 2080 und Alesis D4), meine Outboard Effektgeräte (Lexicon PCM 91 & PCM 81) und Interface-Ausgänge (PT HD3) sinnvoll.
Meine Fragen:
Wie würdet Ihr dieses Problem angehen bzw. lösen?
z.B.: Summierer, 2 Rackmixer, 1 Rackmixer oder ganz anders, welches Produkt ist zu empfehlen, ich komm einfach nicht weiter.

Es ist natürlich schwierig alle meine Anforderungen,Wünsche usw. hier schriftlich zu fixieren.
Für Eure Hilfe im voraus, Danke.

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Peter Ostry
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Re: Studioumbau, sinnvolle Verkabelung

Beitrag von Peter Ostry » 19 Mai 2018 - 20:56

Ein Matrix Mixer würde das tun. Allerdings finde ich keinen mehr außer dem Switchblade GL, bei dem die Menge der I/O passen würde. Es muss aber noch welche geben, mindestens zwei gute waren auf dem Markt. Matrix Mixer haben den Vorteil, dass du in einem Gerät von jedem Eingang auf jeden Ausgang routen kannst. Inkl. Gaineinstellung und MIDI Steuerung.

Übliche Rackmixer für sowas sind Rane SM26 bzw. diesem nachempfunden und haben 6 Ein- bzw. Ausgänge plus Stereo I/O und und sind in verschiedenen Konfigurationen verwendbar. Du hast aber relativ viele Kanäle, würdest 2x2 Geräte brauchen und dann eventuell noch etwas, um die beiden Gruppen zusammenzubringen. Das wird unübersichtlich.

Ein Digitalmixer wäre eine Option (Soundcraft oder A&H), aber du brauchst auch relativ viele Ausgänge und da sind die kleineren Mixer geizig. Behringer X32 Rack könnte es tun, aber ich habe kürzlich mit einem kleineren dieser Art schlechte Erfahrungen gemacht und trau mich nicht, den zu empfehlen.

Oder ein MH oder RME Interface, dort den internen Mixer verwenden und Outboard Geräte teils über Line I/O und teils über ADAT einbinden. Als ADAT I/O Konverter ein Ferrofish oder die Billigschiene, Behringer ADA 8200.



Die Frage ist in jedem Fall, wie du dann mischt. Regler schieben und pannen geht nicht mehr so einfach wie mit dem Pult. Bei Digitalmixern und MH Interface nur über deren Interfaces, Bei A&H Mixern bedingt auch MIDI. Bei RME über Interface oder MIDI (ich glaube jetzt auch über Remote). Mit Rackmixern ist es Knöpfchen drehen an mindestens 4 Geräten.



Ich habe für 8 Effektkanäle plus zusätzliche Eingänge viel probiert, auch Digitalmixer und Rackmixer, bin letzlich bei meinem RME Fireface geblieben und mache die Effekte über ein ADA 8200, dessen Gaineinstellung ich auf MIDI umgebaut habe. So ist alles MIDI steuerbar, aber einfach ist das nicht. Ich programmiere jetzt noch dran (Max). Und dann hat man noch immer keine Regler oder Knöpfe.

Vielleicht doch ein Pult, analog oder digital? Muss ja nicht vor dir stehen.
  
  
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Re: Studioumbau, sinnvolle Verkabelung

Beitrag von Guitarmaster » 19 Mai 2018 - 21:32

Hallo Peter,
Danke für deine aufführliche Antwort.
Den Rane SM26 hatte ich im Gitarrenrack um Effekte parallel zu fahren, ich würde, wie Du schon gedacht hast 2x2 brauchen und das ist nicht das Wahre.
Von Behringer Digital Mixer hörte ich schon von einigen Problemen,also auch nicht.
Gaineinstellungen auf Midi umbauen, alles Midisteuerbar machen, das ist nichts für mich.
Ich werfe mal ein paar meiner Gedanken hier rein.
SPL Neos 24 Eingänge - aber der Preis.
Speck Linemixer 32 Eingänge - aber der Preis für nen Linemixer - OK Qualität
guter, günstiger Rackmixer für Midigeräte ( ich würde gerne für die Midigeschichten eine Klangregelung haben) Ausgang des günstigen Rackmixer in einen SPL Summierer oder so, und die übrigen Eingänge des Summierers für restlichen Ausgänge von PT.

Gruß
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Re: Studioumbau, sinnvolle Verkabelung

Beitrag von Peter Ostry » 20 Mai 2018 - 10:01

Dazu kann ich im Detail nicht viel sagen, weil es darauf ankommt, wie du routest. Zum Beispiel Effekte einzeln ansprechen, aber immer als Summe ausgeben, wäre durchaus was für SM26. Effekte einzeln als Returns bzw. beliebig verketten braucht mehr Kanäle, ist eher was für Digitalmixer, Interface, ADAT Konverter.

Die Klangregelung, die du gerne hättest, hätte ich auch gerne, aber dafür gibt es nur die Interfaces mit DSP oder die Digitalmixer, was im Prinzip dasselbe ist.

SPL Summierer ... ich weiß nicht was der kostet, aber wenn er teuer ist, schätze ihn nicht als notwendig oder vorteilhaft ein. Um mehrere Tonerzeuger plus Effekte in guter Qualität auf Stereosumme zu mischen, muss es doch günstigere Lösungen geben.



Wenn man deine Tonerzeuger mit meinen Eingangssignalen gleichsetzt, habe ich ein ähnliches Setup wie du und habe es letztlich und auch aus Kostengründen mit bestehendem Fireface (ohne DSP) und einem ADA 8200 gelöst. Nach einigen Irrwegen mit manchmal unbedienbarer Konfiguration habe ich auf Null Latenz verzichtet, mehrfache Konvertierung in Kauf genommen und route einzeln durch das Interface. Gesteuert wird alles über MIDI (nicht eingezeichnet):

Bild

Bezüglich Übersichtlichkeit, Qualität und Kosten kann man machen was man will, aber dein Hauptproblem bleibt die Bedienung. Wie willst du das Routing und die Sends/Returns steuern, wenn du keine Fader und Knöpfe dafür hast? Ohne Hard- und Software-Bastelei bleiben für ein flexibles bedienbares Setup nur ein Interface mit Mixer (vorzugsweise auch DSP) plus ADAT oder anderer Erweiterung, oder das Pendant, ein Digitalmixer.



Wenn du kein Interface willst, möchte ich dir am ehesten den A&H Qu-Pac Digitalmixer empfehlen. 4 HE, 16 In, 12 Out und ein Mittelding zwischen garnix zum Regeln und zumutbarer Bedienung. Der Klang ist in Ordnung, ich habe den nur zurückgegeben, weil MIDI bei mir zwingend ist und er da Mucken machte. Wenn man das Routing einmal verstanden hat, funktioniert er gut und man braucht kein iPad oder ähnlichen Krimskrams dafür.

Der kleinere Bruder (QU-SB) ist faktisch das Anschlussfeld des Qu-Pac, ohne Display und Bedienungselemente. Die größeren Brüder sind Pulte.
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Re: Studioumbau, sinnvolle Verkabelung

Beitrag von felusch » 20 Mai 2018 - 10:07

Ich mache das mit nem Yamaha DM2000, quasi als Kreuzschine, Mixer, Midi DAW Remote mit Motorfadern
...kannste im Grunde auch hochkannt in die Ecke hängen wenn Du nicht mit den Fingern dran musst, Fernbedienung geht vom Rechner via USB.

Recording:

HINWEG:
Analoge Quellen -> Pult -> Direct Outs per Dante in den Rechner (MY16AUD Karte)
-> BUS to Tape Abhöre via Bus ON/OFF wenn erf.

RÜCKWEG:
DAW Master -> per Dante in Pult Kanal -> Abhörbuss


MTK Mix im Pult ...wenn es schnell gehen muss und die Maus nervt:
48 Kanäle DAW -> per Dante ins Pult

MTK Mix in DAW:

Pult Motorfader kontrollieren bidirektional DAW Fader

...3 Szenen und fertig

Vorteil: flexibele Anwendungsmöglichkeiten und relativ günstig realisierbar
Nachteil: großes Pult nimmt Platz weg für Synthesizer

Wenn das interessant ist, ich hab noch ein 02R96 v2 zu verkaufen ...für Dich 1100€ :-)
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Re: Studioumbau, sinnvolle Verkabelung

Beitrag von Axel » 20 Mai 2018 - 12:04

Ich benutze Peters Setting: RME FF mit Ferrofish dahinter. Der hat 16 i/o in wirklich guter Qualität, verbunden ist das über 2x2 Adat Lichtleiter. Das reicht für meine Mixumgebung völlig aus. Nachteilg ist im Moment noch der Umbau auf Aufnahmesituation- dafür brauche ich die ADAT Anschlüsse nämlich auch. D.h. umstöpseln.
Bei nächster Gelegenheit werde ich aber etwas anderes ausprobieren: hab mir für live einen cymatic utrack 24 gekauft. Das ist nicht nur ein playbacker sondern ein auch ein 24i/o interface mit USB2 Anschluss. Wenn die Wandler gut sind ( unser FOH Mann war jedenfalls zufrieden) könnte ich mir vorstellen, das Teil als aggregated Device einzubinden.
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Re: Studioumbau, sinnvolle Verkabelung

Beitrag von felusch » 20 Mai 2018 - 12:19

auch geil!
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Re: Studioumbau, sinnvolle Verkabelung

Beitrag von Guitarmaster » 20 Mai 2018 - 14:32

Hallo,

also ich arbeite momentan im Weitesten ähnlich wie felusch,
meine Kreuzschiene ist ein Yamaha 02R (gross & vom Sound eher naja), alle Midigeräte analog angeschlossen, 1-8 PT outputs analog, 9-16 PT outputs digital eingebunden, Outboard-Effekte einzeln eingebunden, Mixer out zu den Aktiv Speaker, Mixer digital out an PT AES/EBU in.

@Peter
Effekte einzeln, könnte ich vielleicht aber in PT mit Logic über i/O einbinden, kostet aber bei zwei Geräten 4 Eingänge & Ausgänge.
SPL Neos kann ich mir nicht leisten, hat aber halt 24 Inputs und wäre die einfachste Lösung, denke ich.
SPL hat auch noch günstigere Summierer, muss aber nicht SPL sein.

Also mein Gedanke war die Tonerzeuger an einen guten Rackmixer anzuschliessen, dessen Stereo Out führe ich dann in 2 Eingänge des Summierers und die anderen Eingänge des Summierers würde ich für PT nutzen. So hätte ich einen Mixer für die Tonerzeuger im linken Rack und den Summierer im rechten Rack.

Gruß
Guitarmaster


@felusch: Ich habe noch nen zweiten Yamaha 02R Mixer, würde ich abgeben :mrgreen: (alarm) (clap)
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Re: Studioumbau, sinnvolle Verkabelung

Beitrag von felusch » 20 Mai 2018 - 14:53

beide weg und 2 DM2000 kaskadieren :-)
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Re: Studioumbau, sinnvolle Verkabelung

Beitrag von Peter Ostry » 20 Mai 2018 - 18:38

Wenn es ausschließlich um Studiomix und DAW geht, also die Latenz keine Rolle spielt, brauchst du doch gar nichts außer ausreichend vielen Ein- und Ausgängen. In dem Fall weiß ich jetzt nicht wo es ein Problem gibt. In der DAW kannst du mit den einzelnen Kanälen machen was du willst, auch ohne I/O Plugin. Kannst auch wo immer du willst eine Klangregelung dazwischen schieben. Du brauchst auch keine extra Steuerung und keinen Interface-Mixer. Wenn dein Interface ADAT I/O hat, im besten Fall einen Ferrofish dranhängen, dann ist aus der Sicht der DAW alles geradlinig rein/raus.

Falls du Bedenken wegen mehrfacher Konvertierung hast, mit guten Konvertern ist das bei Geräten wie den Lexicons klangmäßig egal, solange du deren analoge Ein- und Ausgänge verwendest.

Da ich schon beim theoretischen Abräumen der technischen Spielereien bin, fällt mir noch etwas ein:
In deinem ersten Beitrag hast du geschrieben, dass du keinen Platz für das Pult hast, weil damit der Monitor zu weit weg ist. Was ist, wenn du den Monitor an einen Arm montierst, so dass er näher ist und über dem Pult schwebt?
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Re: Studioumbau, sinnvolle Verkabelung

Beitrag von Guitarmaster » 24 Mai 2018 - 19:47

Hallo,

@Peter
Danke für deine Antworten, das mit dem Arm für den Monitor, wäre ne Ideen zum ausprobieren gewesen, leider ist der alte Studiotisch schon Geschichte und der Neue ist einfach nicht für ein Pult geeignet.

Den Ferrofisch werde ich mir mal näher anschauen, Du meinst bestimmt den Ferrofish A32?

Greetz
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Re: Studioumbau, sinnvolle Verkabelung

Beitrag von Peter Ostry » 24 Mai 2018 - 20:50

Je nachdem wieviele Kanäle du brauchst.
Ferrofish Pulse16 oder A32. Der A32 hat auch mehr Features (z.B. USB). Ob beim Routing ein Unterschied ist weiß ich nicht. Die Anschlüsse sind anders: Der Pulse16 hat symmetrische Klinkenbuchsen, der A32 hat D-Sub25 Anschlüsse. Diese Kabel sind teuer, wenn du sie nicht selbst machst.
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