Grundlagentutorial für die Clipansicht

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go
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Grundlagentutorial für die Clipansicht

Beitrag von go »

Hallo, ich bin neu bei Ableton und möchte das Programm ausschließlich zum Zuspielen bei Theaterproduktionen benutzen. Also nicht Live auf der Bühne und auch nicht zum Produzieren. Kennt jemand Tutorials die sich diesem Bereich besonders widmen?
Wie funktioniert das mit den Steuerspuren, wie setze ich damit fades etc, also relativ basales Zeug.
Youtube spuckt da wahnsinnig viel unnützes Zeug aus und auch die Bedienungsanleitung ist wie fast immer ziemlicher Schrott.
Vielleicht hat ja jemand einen Tip?

Besten Gruß go
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Saxer
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Re: Grundlagentutorial für die Clipansicht

Beitrag von Saxer »

die anleitung ist gut. auch wenn du nicht alles brauchst, heißt das ja nicht, dass der rest schrott ist.
ich würde mal sagen: clip modes solltest du kennen (warp, bzw wie man warp an und ausschaltet, loop an und aus, clipquatisierung) und clip-envelopes incl dummy-clips. außerdem scenes und das anlernen von midi-controllern.
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go
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Re: Grundlagentutorial für die Clipansicht

Beitrag von go »

Hey, danke für die Hinweise. Ich meinte auch nicht, dass die Inhalte der Anleitung "Schrott" sind, sondern der Aufbau. es gibt in der tat nur sehr sehr wenige Anleitungen, die bei Anfängen wirklich helfen. Man merkt einfach zu deutlich, dass die "Macher" in den meisten Fällen das voraussetzungslose Herangehen aus dem Blick verloren haben. Am Krassesten fand ich das vor einigen Jahren bei Reaktor, wo nicht mal die Seitenzahlen innerhalb des Handbuchs stimmten. Das Problem ist doch immer wieder, dass einzelne Bereich nur mit sich selbst erklärt werden á la "Der Volumenregler regelt das Volumen" , ohne das in Zusammenhang zu setzen (wobei es sogar mir klar ist, was Volumen bedeutet).
Das Gleiche gilt übrigens auch für die Dokumentation der von mir sehr geschätzte LASS. In diversen Testberichten wird da bemängelt, dass Zusammenhänge der Funktione kaum dargestellt werden, und das stimmt auch. Als ich dann dort im Forum nachfragte, wurde mir geraten, bestimmte Funktionen viellicht gar nicht zu nutzen! Super ;) genau die Hilfe die man sucht ;).
Und der Aufbau der Ableton Anleitung ist da nicht so anders. Als Nachschlagewerk bestimmt sehr gut als Einstieg (und da bin ih mit meiner Meinung nicht allein) eher eine Enttäuschung.
Wenn ich zB versuche herauszufinden, wie ich über eine Steuerspur die Fades eine Clips steuern kann, ist das scheinbar an einem Ort vermerkt, der sich meiner Recherche in der Anleitung entzieht.
Wie auch immer. Irgendwie geht es dann immer... ist halt nur eine Verschwendung von Lebenszeit :)
Schöne Restweihnachten
LG go
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Re: Grundlagentutorial für die Clipansicht

Beitrag von pyrolator »

Die Anleitung der "Hilfe-Ansicht" in Ableton selber ist gut strukturiert und in kurzer Zeit durchzuarbeiten, da werden die wichtigsten Grundlagen erklärt - auch ohne das Manual lesen zu müssen.

Ich habe Live selber schon oft in Oper/Theater - Aufführungen eingesetzt. Gerade die Flexibilität in Live, auf Cues schnell reagieren zu können, machen es für diese Anwendungen zum idealen Werkzeug.
Auch in der Mischform, ganze Stücke auf Knopfdruck und mehrere einzelne Events gleichzeitig abrufen, läuft das ganz wunderbar.
Ich bin dazu übergegangen die einzelnen Parts nicht mehr in Clips zu speichern - hier gibt es keine flexiblen Fade-Outs, oder nur über Umwege, sondern alles im Simpler/Sampler zu organisieren, da ist alles möglich, was man so braucht....
go
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Re: Grundlagentutorial für die Clipansicht

Beitrag von go »

Hey, also ich habe mich jetzt einige Zeit mit der Anleitung beschäftigt und das Einzige, was daran brauchbar zu sein scheint, sind Teile der "Kurse" in der Hilfeansicht.
Bin echt etwas genervt und ratlos.
Es mag sein, dass die Funktionen die ich brauche nicht unbedingt die vordergründigsten Anwedungsbereiche von Live9 sind, aber ich begreife einfach nicht, warum die Dinge nicht da erklärt werden wo sie (wenn überhaupt) erwähnt werden.
Beispiel:
4.13 Clip-Hüllkurven
Hüllkurven gibt es für Spuren und Clips. Clip-Hüllkurven werden zum Automatisieren oder Modulieren von Geräte- und Mixer-Parametern eingesetzt. Audio-Clips besitzen darüber hinaus Hüllkurven, um die Tonhöhe, die Lautstärke und weitere Clip-Parameter zu beeinflussen; mit diesen Hüllkurven kann unter anderem die Melodie und der Rhythmus aufgezeichneten Au- diomaterials verändert werden. MIDI-Clips besitzen zusätzliche Clip-Hüllkurven für das Erzeugen von MIDI-Controllern. Clip-Hüllkurven können vom Clip entkoppelt und mit unabhängigen Loop- Einstellungen versehen werden, so dass längere Verläufe (wie Fade-Outs) oder kurze Bewegun- gen (wie ein Arpeggio) dem Inhalt des Clips überlagert werden können.
Aber erklärt, wie sie funktionieren , wie man sie anwendet etc wird natürlich nicht... was für ein Quatsch...das findet man dann kryprisiert 250 Seiten später und das auch nur mit zig Verwesen auf andere Stellen.


Wie auch immer.

Ich suche folgendes und kann es nicht finden:

Ich möchte einfach nur mehrere Clips gleichzeitig abspielen, sie unterschiedlich stoppen/wieder starten, und sie mit unterschiedlichen FadeIns/Outs versehen. Und vielleicht auch noch mit unterschiedlichen Sendeffekten versehen. Hat jemand von den Cracks hier nein paar Hinweise wie das geht?
Das wäre sehr nett.
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Re: Grundlagentutorial für die Clipansicht

Beitrag von pyrolator »

Ich nehme an, Du möchtest Audio-Files verwenden, aber es geht natürlich auch mit Midi-Clips.
Ich würde in diesem Falle so vorgehen:
Jeder Deiner Audio-Files wird in einen Simpler geladen und in verschiedenen Tracks jeweils ein Clip mit einem Midi-File erzeugt, was dieses Audio im Simpler abspielt (C3). Der neue Simpler kann ja auch warpen und stretchen, da sind die Möglichkeiten der Anpassung von Timing und Tonhöhe gegeben.
Die einzelnen Clips können jetzt mit Midi-Learn auf beliebige Tasten Deines Controllers oder Keyboards gelegt und so individuell gestartet werden. Im Launch-Feld den Clip auf "toggle" schalten. Jetzt schaltet ein Midi-Befehl den Clip ein, ein weiterer Druck desselben Midi-Events diesen wieder ab. Im Simpler selber kann in der Hüllkurve (ADSR) nun der Fade als Release-Time individuell eingestellt werden.
Die verschiedenen Send-Effekte können nun den einzelnen Tracks zugeordnet werden und sind davon unabhängig.
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Re: Grundlagentutorial für die Clipansicht

Beitrag von go »

Hey Pyro, vielen Dank dir, werde das so probieren.
Jetzt noch eine anschließende Frage. Die meisten Theater an denen ich arbeite, machen das ohne diese Geräte in Live. Soweit ich das verstanden habe, richten sie für Fades etc jeweils eine "Steuerspur" für die Audioclips ein. Was ist deiner Ansicht nach der Vorteil deiner Arbeitsweise gegenüber der anderen? Oder nehmen die sich nicht soviel? Ist es so nicht unmöglich, ein Mehrspurigfile framesynchron zu starten weil das in dieser Variante per Hand passiert?

Und ein Letztes (für den Moment ;=) )
Welchen Controller könntest du für live empfehlen, einen den man auch gut mit auf Reisen nehmen könnte?
Besten Gruß go
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Re: Grundlagentutorial für die Clipansicht

Beitrag von pyrolator »

Wenn Du das Framegenau haben willst, kannst Du eine Scene machen wo auf Midi-Event alle gleichzeitig gestartet werden (Scene-Launch), einzelne Clips abschalten kannst Du diese dann wieder, weil Du ja im Toggle-Modus bist und das An- und Abschalten davon unberührt ist.

Als Controller verwende ich je nach Platz und Performance verschiedene Geräte:
1. Push (damit geht alles, was auch in Live geht) - ich habe da auch die PXT-Erweiterung, dann kann man auch Dinge fernsteuern, die die Push gar nicht vorsieht. (http://www.nativekontrol.com/PXT-Live.html) Überhaupt lassen sich durch das das skripten mit ClyphX (http://beatwise.proboards.com/board/5) alle Dinge realisieren, die man braucht, auch ohne Push.
2. Arturia Beatstep. Hat Taster und Drehregler, mehr braucht man in der Regel nicht.
3. Akai MPKmini . Wenn der Platz klein ist und man auch eine Tastatur braucht.
4. iPad. Entweder mit "Actions" (heisst jetzt "Quadro") ,Touch OSC oder Lemur, je nach Anwendung. Actions ist da besonders praktisch, da man da auch praktisch alles vom Mac selber fernsteuern kann (in Kombination mit "Automator" im Mac), z.b. auch beliebige Befehle innerhalb von Ableton. Benutze ich aber ehrlichgesagt nur im Studio. Live sind mir die Dinge, die eine wireless-Verbindung brauchen noch zu risky...
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Re: Grundlagentutorial für die Clipansicht

Beitrag von Saxer »

spurautomation interessiert dich nicht. das ist nur für produktion interessant, aber nicht für die live-einspielungen.
du brauchst nur die session-view und clip-automation.

die steuerspur für clips hat folgenden vorteil: sie kann eine eigene länge und automation haben.

für deinen fall: du drückst einen start-knopf und ein zb eintaktiger loop läuft im kreis.
du drückst einen weiteren knopf und der loop läuft weiter, fadet aber über 4 takte aus.

prinzip: der dummyclip ist ein audiofile auf einem kanal, das eine automation bekommt (volume-hüllkurve). damit regelt er den level seines kanals.
ein zweiter clip, nämlich der eigentliche, den du hören willst, liegt auf einem anderen kanal, dieser wird in den dummy-kanal geroutet und ersetzt dessen audio-output. der eine clip zum anhören, der andere nur zum regeln. der audioloop läuft im kreis während der fade nach einem durchlauf stoppt (eben nachdem er runtergefadet hat).

ich habe hier mal ein beispiel hochgeladen: http://we.tl/ia9RcyxvyX
szene 1 rechts in der masterspur startet den loop, szene 2 fadet ihn aus.

TouchOSC auf dem iPad funktioniert auch per kabelverbindung. man sieht die in ableton vergebenen clip-namen auf dem iPad, was beim starten/stoppen sehr hilfreich ist. wenn man das nicht braucht und nur clips start/stopp machen will, ist das launch-pad von novation gut.
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Re: Grundlagentutorial für die Clipansicht

Beitrag von go »

Danke Saxer, genau das meinte ich, so kenne ichg das aus diversen Produktionen.. Nur kann ich bisher eine Beschreibung der Herstellung eines solchen "Moduls" nicht in der Anleitung finden. Den begriff Steuerspur gibt es nicht , die Frage des Routing bezieht sich im Wesentlichen auf Effekte und weniger auf das Routen in eine "Leerspur"... wie auch immer. Ich suche nochmal und versuche zu verstehen, was du da gemacht hast. Gruß go
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Re: Grundlagentutorial für die Clipansicht

Beitrag von Saxer »

das benutzen von dummy-clips ist eine anwendung, die sich pfiffige user ausgedacht haben. das ist in dem sinne keine "funktion" innerhalb von ableton und daher nicht als solche in er anleitung. genau so wenig wirst du die funktion "new york kompression" oder "frequenzabhängige stereoverbreiterung" in der anleitung finden, obwohl man das natürlich mit bordmitteln machen kann.

du musst das routing in ableton verstehen (was ich in live für daw programme für vorbildlich halte), das verhalten von clip launch, clip quantisierung, clip envelope, szenen in der session view, anlernen von midi- und tastaturbefehlen. das steht alles in der anleitung drin, und zwar gut beschrieben.
mit diesen funktionen kannst du die dummy-clip anwendung machen, aber natürlich auch tausende andere szenarien, von der effekt-steuerung bis zum musik-syncronen bühnenlicht.

es gibt reichlich youtubes über dummy clips in ableton. einfach mal angucken.
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