RAW vs. JPEG

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lonely
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RAW vs. JPEG

Beitrag von lonely » 26 Jun 2019 - 9:44

Wenn eine Kamera nur JPEG kann, ist das eindeutig schlechter (Schärfe, Farben ...) als das RAW-Format?

Bin Foto-Laie und reime mir selbst zusammen, dass die JPG-Komprimierung Schärfeverlust mitsichbringt; vielleicht kann mir jemand in
wenigen, verständlichen Worten Klarheit verschaffen. Danke! (hallo
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Stephan S
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Re: RAW vs. JPEG

Beitrag von Stephan S » 26 Jun 2019 - 9:48

Jpg fasst je nach Qualitätseinstellung mehrere Pixel zusammen und gibt ihnen dieselbe Farbinformation. Das siehst du wenn du in sie hineinzoomst.
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Re: RAW vs. JPEG

Beitrag von lonely » 26 Jun 2019 - 10:03

Stephan S hat geschrieben:
26 Jun 2019 - 9:48
Jpg fasst je nach Qualitätseinstellung mehrere Pixel zusammen und gibt ihnen dieselbe Farbinformation.
Also kann man sagen-Schärfe ist bei RAW und JPG gleich? Nur die Farben sind bei RAW detailreicher?
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Re: RAW vs. JPEG

Beitrag von Mahonie81 » 26 Jun 2019 - 10:47

Das RAW Format bietet dir mehr Möglichkeiten. Vieles was du an der Kamera einstellen kannst, lässt sich im RAW Konverter nachträglich noch bearbeiten. Durch die höhere Bitrate sind umfangreichere Eingriffe möglich. Die Dateien sind allerdings auch sehr groß. Wenn ich ein Bild bearbeitet habe, speichere ich es am Ende als JPG. Bei guten Kameras und Objektiven musst du dir da keine Gedanken um die Schärfe machen.
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Re: RAW vs. JPEG

Beitrag von Stephan S » 26 Jun 2019 - 11:13

lonely hat geschrieben:
26 Jun 2019 - 10:03
Also kann man sagen-Schärfe ist bei RAW und JPG gleich? Nur die Farben sind bei RAW detailreicher?
Das mag ein wenig vereinfacht ausgedrückt sein aber ich würde sagen, ja, denn die Anzahl der Pixel ist zunächst dieselbe.
Als Laie musst du dir um RAW keine Köppe machen, viele Profis arbeiten inzwischen auch nur noch mit jpg.

Gemein ausgedrückt: Warum 32/192 produzieren wenn keiner den Unterschied zu 24/96 hört und die Resultate als 256er mp3 übern Tisch gehen?
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Re: RAW vs. JPEG

Beitrag von hugoderwolf » 26 Jun 2019 - 11:38

Vereinfacht gesagt: wenn du vorhast, deine Bilder umfangreich nachzubearbeiten (insbesondere in Sachen Gradation etc.), wirst du mit RAW besser dran sein. Wenn du das nicht vorhast, ist JPG (hohe Qualität vorausgesetzt) völlig ausreichend. Bei anwendungsgerechter Dosierung der Kompression sind die Artefakte nicht sichtbar. Wird das Bild stark nachbearbeitet, können eben jene Artefakte aber unter Umständen verstärkt und somit sichtbar werden. Z.B. bei einer Erhöhung des Kontrastes.
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Re: RAW vs. JPEG

Beitrag von Clemens Erwe » 26 Jun 2019 - 13:04

lonely hat geschrieben:
26 Jun 2019 - 10:03
Also kann man sagen-Schärfe ist bei RAW und JPG gleich? Nur die Farben sind bei RAW detailreicher?
Nicht direkt. In manchem RAW-Editor-Programm weicht die Darstellung eines RAWs zunächst von einem jpeg aus der Kamera ab. Das liegt daran, dass im jpeg von der Kamera die Nachbearbeitung z.B. eines Motivprogrammes oder generell die Farbcharakteristik "eingebaut" werden.

Das RAW-File ist "neutraler" - wirkt eventuell sogar "flach". (So stelle ich das z.B. in Darktable fest)
Aber das ist mit zwei, drei Handgriffen behoben und ab dann hat man eben volle Freiheit in der Nachbehandlung.

Insbesondere bietet - aufgrund des höheren Dynamikumfangs - ein RAW bessere Möglichkeit zur Bearbeitung von Lichtern und Schatten. Da lässt sich aus einem schwarzen Schattenbereich durchaus noch Farbe rausholen.

Du brauchst halt
a) eine Software, die RAW's verarbeiten kann (obwohl - das kann sogar Apple-Photos)
b) etwas mehr Zeit, um die möglichen und erforderlichen Nachbearbeitungen zu beherrschen

Es ist also ein Abwägen.
Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: RAW vs. JPEG

Beitrag von Stephan S » 26 Jun 2019 - 13:48

Das hat man nu davon wenn man Dinge stark vereinfacht :mrgreen:
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Re: RAW vs. JPEG

Beitrag von lonely » 26 Jun 2019 - 13:56

Mahonie81 hat geschrieben:
26 Jun 2019 - 10:47
Bei guten Kameras und Objektiven musst du dir da keine Gedanken um die Schärfe machen.
Es handelt sich um die da: https://www.aldi-sued.de/de/angebote/an ... ra-270619/ :mrgreen:
Stephan S hat geschrieben:
26 Jun 2019 - 11:13
Gemein ausgedrückt: Warum 32/192 produzieren wenn keiner den Unterschied zu 24/96 hört und die Resultate als 256er mp3 übern Tisch gehen?
Ja, bei Audio ist das genau meine Haltung.
Stephan S hat geschrieben:
26 Jun 2019 - 11:13
Als Laie musst du dir um RAW keine Köppe machen, viele Profis arbeiten inzwischen auch nur noch mit jpg.
Das überrascht mich doch sehr, um nicht zu sagen-mein Foto-Weltbild ist erschüttert! 8O
hugoderwolf hat geschrieben:
26 Jun 2019 - 11:38
wenn du vorhast, deine Bilder umfangreich nachzubearbeiten
Vor hätte ich das schon, aber keine Ahnung. :lol:
Clemens Erwe hat geschrieben:
26 Jun 2019 - 13:04
b) etwas mehr Zeit, um die möglichen und erforderlichen Nachbearbeitungen zu beherrschen
s.o. :lol:

Am meisten beeindruckt hat mich Stephan S´ Kommentar, dass (wahrsch. teileise) die Profis nicht ausschließlich RAW verwenden.
Vielen Dank für sehr erhellende Beiträge!! Abschließende denke ich: Für High-End Resultate - ich sag mal - so 20 m x 40 m-Parship-Werbefotos für´n
Hamburger Bahnhof - braucht man RAW; ansonsten reicht JPG-Format für Dep ...äh, Laien wie mich logger.
(clap)
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Re: RAW vs. JPEG

Beitrag von Stephan S » 26 Jun 2019 - 14:59

Hast du kein Handy? :lol:
Nee im Ernst, ich finde dass sich diese Kameraklasse komplett erübrigt hat. Ich hab' die Urgroßmutter von dieser und sie seit dem iPhone 6 nicht mehr benutzt.

Mein Einwand bezüglich der Profis gilt natürlich auch nicht für jede Liga, das Spektrum ist tatsächlich genauso bunt wie im Audiobereich.
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Re: RAW vs. JPEG

Beitrag von Geheimagent » 26 Jun 2019 - 16:21

Ich verballer bei meinen Asienaufenthalten 1-2 Kameras pro Jahr. Momentan habe ich eine Medion von Aldi, und obwohl die billiger ist als ein iPhone macht das Ding bessere Bilder, das sieht sogar meine Oma. Ich möchte nicht behaupten dass das iPhone mit den Bildern schlecht ist, für schnelle Aufnahmen reicht das doch. Ein Freund von mir ist Fotograf, er hat eine Kamera, die in beiden Formaten auf einmal abspeichert, und nutzt das auch. Wenn er nachbearbeitet nimmt er allerdings immer RAW.
Es kommt echt immer auf die Intension an.
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Re: RAW vs. JPEG

Beitrag von lonely » 26 Jun 2019 - 16:38

Stephan S hat geschrieben:
26 Jun 2019 - 14:59
Hast du kein Handy? :lol:
Ja, doch-iPhone 6 - macht gute Fotos ...; aber z.B. Zoomen-und das tut meine Ricoh 30 cx ( oder 40 ... :mrgreen: ) 10-fach, aber diese Sony eben 30-fach. Und
ich fotografiere für mein Leben gern mal einen Vogel auf´m Baum (lass mich doch, haha), und das kriegste doch mit´m iPhone nicht hin.
Und eine kiloschwere Cam möchte ich nicht mitschleppen-so mit Tasche, mehreren Objektiven, etc.
Ich wollte mir eigentlich die Lumix FZ2000 kaufen - hab da auch sehr viele, super Vorschläge bekommen von Foristen. Aber je mehr ich überlegt habe,
desto klarer wurde, was ich eigentlich will, bzw. gern hätte.
Geheimagent hat geschrieben:
26 Jun 2019 - 16:21
obwohl die billiger ist als ein iPhone macht das Ding bessere Bilder


Meine bescheidene Laien-Erfahrung bestätigt dies. (hallo ... aber meine Intention geht jetzt nicht weit über Blümchen, bzw. Vogel-Fotografie hinaus. :lol:
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Re: RAW vs. JPEG

Beitrag von Clemens Erwe » 26 Jun 2019 - 17:59

lonely hat geschrieben:
26 Jun 2019 - 13:56
Es handelt sich um die da:
Eine Sony DSC-WX 500b

Laut dkamera kann die kein RAW ...
https://www.dkamera.de/testbericht/sony ... fazit.html
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Re: RAW vs. JPEG

Beitrag von Stephan S » 26 Jun 2019 - 20:04

Clemens Erwe hat geschrieben:
26 Jun 2019 - 17:59
Laut dkamera kann die kein RAW
Deswegen ja die Frage...
lonely hat geschrieben:
26 Jun 2019 - 16:38
ich fotografiere für mein Leben gern mal einen Vogel auf´m Baum
Na denn (hallo
Für den Preis wird dir die Sony schon irgendwie Spaß machen.
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Re: RAW vs. JPEG

Beitrag von reiztrigger » 26 Jun 2019 - 21:25

ergänzend vielleicht noch dies: RAW ist keineswegs ein standard.
jeder hersteller kocht da sein eigenes süppchen und die unterschiede sind offenbar beträchtlich.
ich mach immer beides: RAW plus höchstauflösendes JPG.
cheers
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