die GEMA...des Musikers Freund & Helfer...?

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bundeskanzler
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Beitrag von bundeskanzler » 01 Sep 2004 - 23:30

Brandywein hat geschrieben:ich wußte gar nicht, dass bei logicuser.de auch Hausufgaben verteilt werden :D
du hast ja förmlich danach verlangt :wink:...und? haste dir die Gema-pdf-files schon reingezogen?...geiler stuff, was? :lol: ...ich laß dir natürlich mit dem Abgabetermin noch etwas Zeit bei dieser quälenden Juristenpfurzerei :twisted:
Aram
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Beitrag von Aram » 02 Sep 2004 - 1:31

Als ich vor vielen Jahren der GEMA beitreten wollte habe ich dort angerufen und um ein Gespräch gebeten. Das habe ich bekommen und meine Fragenwurden alle zu meiner zufriedenheit beantwortet. Von Leuten die sich mehr für die GEMA interessieren als ich, weiß ich dass sie ihre Beiträge, Einkünfte u.s.w. in etwa selbst ausrechnen können. Es ist alles nachvollziehbar, man muß sich nur drum kümmern. Wenn bei mir etwas nicht geklappt hat lag es fast immer an den Verantstaltern und nicht an der GEMA. Mit der bin ich im Rahmen unseres Wirtschaftssystem sogar ziemlich zufrieden.
Metalfish, Deine Sichtweise, ihr würdet der GEMA etwas geben, und das nur zum Teil zurück bekommen, kann ich nicht nachvollziehen. Die kunden, bzw. Konzertbesucher zahlen die GEMA dadurch dass sie eine CD kaufen oder eine Konzertkarte . Wenn Eure Band an das Label die GEMA-Gebühren zahlt oder zahlen muß, dann ist das Label nicht professionell: es holt sich nicht die Einkünfte dort, wo sie herkommen sollten, sondern bei Euch, die Ihr eigentlich bezahlt werden müßtet. Das ist als ob Arbeiter fürs arbeiten bezahlen müßten, weil der Arbeitgeber die Produkte nicht verkauft bekommt. Natürlich kann man dann eigne Produkt subventionieren, wenn man es für sinnvoll hält. Aber daraus würde ich keinen Vorwurf an die GEMA ableiten, sondern höchstens die Marktgestze in Frage stellen (oder am besten gleich den Kapitalismus).

Grüße

Aram
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Beitrag von metalfish » 02 Sep 2004 - 8:43

@aram: Danke für die Antwort. Kurz ein statement hierzu.
1. Fakt ist, daß das Label bei der Pressung der eigenen Musik pro CD an die Gema Euronen abdrücken muss. Ich sag mal zwischen 1 Euro und 50 Cent. Da das Label ein kleines ist, gehts bei denen eher Richtung 1 Euro. Wenn ich die Vorredner richtig verstanden habe, kriegen WIR (die Band) das im drauffolgenden Jahr erstattet. Mit anderen Worten gesagt: Das Label muß bei insgesamt 2000 CDs 2000 Euro (!) mehr in die Hand nehmen durch unsere Gemaanmeldung. Diese zahlt das Label dann im Endeffekt entweder an uns aus (über die Gema (label zahlt bei Pressung an Gema, gema erstattet an Band), die sich was abknappst wenn ich die Vorredner richtg verstanden habe), oder wir müssen erst der Gema hinterherrennen, damit wir das Geld bekommen, und dann an das Label weiterleiten, um quasi die Kohle wieder da hinzupacken wo sie hingehört. Den Sinn dieser Aktion habe ich immernoch nicht verstanden?

2. Das Label ist ein kleines, das im Endeffekt NULL daran verdient. Die Einnahmen reichen vermutlich gerade für die Unkosten (Promos verschicken, CD pressen) aus. Die machen das aus Spaß am Metal, sind alte Freunde von uns. Die Auflage ist wie gesagt 1200 für den Verkauf. Und daß die Jungs was gegen oben genanntes hatten, konnten wir verstehen und wir sehen das genauso. Hat nix mit "unprofessionell" zu tun. Eher mit "Label nebenher" und knappem Geldbeutel (2000 Euro sind eine Menge Holz finde ich). Übrigens sind wir auch weniger Gewinnorientiert...

3. Das Label verdient doch am Verkauf der CD, nicht an der Gema? wenn wir als Band die Songs bei der GEMA anmelden, kriegen doch WIR das Geld erstattet, nicht das Label? Wie sollen die also bei solch einer Kleinauflage die zusätzlichen Unkosten der Gemagebühr bei CDPressung wieder reinholen? Außer durch höhere Verkaufspreise?

Ich glaub ich kapier es immer noch nicht, was? Liegts an Mir oder daran das es für diese Praxis keine vernünftige Grundlage gibt?
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Beitrag von wonshu » 02 Sep 2004 - 9:20

Zu 1.

Das ist ja die ganze Zeit schon der Punkt: wenn man das aus Liebhaberei macht ist es ja toll, wenn man denkt dem Label da ein bisschen Geld ersparen zu können. Hauptsache Euer Song wird nicht mal irgendwo in irgendeiner Werbung verbraten (sowas kann schon mal vorkommen!) und plötzlich hat man den ganzen Ruhm und kein Geld... genau wie früher, wenn's das ist was Ihr wollt.

Zu 2.

OK, die machen es aus Spass am Metal, ist ja ok. Bei einer Auflage von 1200 und einem Verkaufspreis von 10 Euro kommen da bei mir im Kopf einfach direkt mal 12.000,- Euro Umsatz raus. Jetzt mach bitte selber die Rechnung ob das Label wirklich 12.000,- minus Pressung in Werbung steckt. Das wäre schon eine ganz ordentliche Werbekampagne, die dann most likely wieder in höheren Sales resultiert und wer wird gearscht? Ihr! Weil ihr nämlich wahrscheinlich sogar das Studio selber bezahlt habt (oder gleich selber gemacht, das ist ja auch OK wenn's um Liebhaberei geht, whatever, macht was Ihr wollt), aber im Grunde genommen wurden schon seit Jahrzehnten die Bands von vor allem den Major Labels einfach nicht darüber aufgeklärt, was denn da nun wirklich an Geld wohin fliesst und dass es eben schon sowas wie Verlagsrechte gibt etc. etc.


Zu 3.
Eben, und woran verdient Ihr? Ich sag's nochmal, wenn Ihr's aus Liebhaberei macht, dann macht einfach was Ihr wollt und ich muss sozusagen die Daumen drücken, dass sich das Ding _nicht_ verkauft! Mensch wach doch mal auf! Das ist doch auch ein enormer Anreiz zu schauen, dass die Musik von so vielen Menschen wie nur irgend möglich gehört wird... dann gibt's nämlich auch Geld dafür und man kann vielleicht von dem was man liebt auch leben. Herrgottnochmal...

metalfish: Ich glaub ich kapier es immer noch nicht, was? Liegts an Mir oder daran das es für diese Praxis keine vernünftige Grundlage gibt?

Es liegt daran, dass Du Liebhaberei und Geld verdienen einfach strikt trennen willst und das ist auch Dein gutes Recht!

Damn, I didn't wanna come back into this thread at _all_

Cheers
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Beitrag von metalfish » 02 Sep 2004 - 10:57

@Wonshu: Ich finds echt spitze daß sich jemand die Mühe macht auf meine Doofen Fragen zu antworten, echt! Ich hab ja zugegeben ich kapier die ganze Sache nicht, deswegen hab ich ja gefragt.

Hab überlegt, ob ich durch meine Fragerei nicht OT werde, aber eigentlich nicht, wenn ich den Titel lese.

Also weiter gefragt :wink:

Deine Rechnung mit 12.000 Euro ist nicht korrekt so, bzw kann sie nicht sein, oder? Seit wann kriegt denn das Label 100% des Verkaufspreises? Das wär mir echt mal neu. Der Vertrieb kriegt nichts? Die Läden/Onlineshops die die CD verkaufen? So kann man da doch nicht rechnen! Ok. Lass uns mal rechnen:
Sagen wir mal die Pressung kostet 1800 Euro insgesamt.
Versendung von 700 Promos europaweit (700+2,50 Euro pauschal)1750 Euro
Vorschuß für uns dazu.
Vom Verkaufspreis will ja jeder was, der Vertrieb, die Shops... also bleiben dem Label effektiv doch nie im Leben 10 euro pro verkaufter CD, sondern.. hausnummer... 5 Euro? rechnet man das oben stehende nun zusammen, kommste auf Ausgaben von sagen wir 5000-6000 Euro. Bei meiner Hausnummer wären die Einnahmen 6500 Euro. Vorrausgesetzt die CD verkauft sich komplett.
Und nu soll das Label also über die Gema nochmal rund 1000 Euro an uns zahlen? Wie gesagt, ich zweifel ja nicht an, daß die Gema ihren Sinn hat, und viele ohne nicht überleben könnten. Aber ich kapier diese Abgabe bei Pressung EIGENER Musik nicht, wozu die dient... das war was ich wissen wollte.

Sagen wirs so: Wenn unser Debut besser laufen sollte als erwartet, und wir damit abheben und zig 10.000 verkaufen, dann beissen wir uns eben hinterher in den ar*** und machen die Gemasache dann bei Album zwei. Und WENN es sich so toll verkaufen sollte, kriegen wir ja noch royalties, das ist ja auch was. Einen Radiohit landen wir im Leben nie, Daß Werbung UNSERE Musik benutzt ist so wahrscheinlich wie ein 6er im Lotto.

Ich wollt dich echt nicht stressen, nochmal danke für deine Antworten!
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Beitrag von Robse » 02 Sep 2004 - 11:10

Kurzer Einwurf: Vergesst nicht das ein Song der bei der GEMA angemeldet wird, immer Rückwirkend vom Jahresanfang gilt! D.h wenn man noch nicht bei der GEMA ist und merkt hoppla da geht plötzlich was los - langts immer noch anmelden.

@ wonshu: Also Deine Rechnung geht beim besten Willen nicht auf! im Gegenteil die Labels bekommen den Kleinsten Anteil vom ganzen Kuchen zwischen Vertrieb, Handel und Label. Das grösste Stück kriegt der handel. schonmal was vom HAP gehört?
Das ist der Preis zu dem der Handel beim Vertireb kauft - und der, und da kannst drauf wetten ist fast 40% niedrieger als Du hinterher im Laden kaufst.

Grüsse
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Beitrag von wonshu » 02 Sep 2004 - 11:28

OK, tut mir leid, die Rechnung hatte ich natürlich unter der Annahme gemacht, dass es sich wirklich um eine selbst verschickte CD handelt, also vom Label direkt an den Kunden (mann, was 'n doofes Wort im Musikbereich aber so ist's halt...) dann wäre meine Rechnung richtig.

So hast Du allerdings recht. Aber jetzt wollen wir mal schauen, wer hier eigentlich verdient und wer was leistet

Wir gehen von einem Ladenpreis von 10 Euro aus und einer komplett verkauften Auflage (und das ist ja auch das Ziel), ja?

Band - schafft das Produkt - bekommt kein Geld

Label - verfielfältigt das Produkt und kümmert sich um die Werbung und Kontakte zu den Vertrieben - bekommt 6000,- minus 700 Promos (Zwischenfrage: wer verschickt denn mehr als 50% der gesamten Auflage als Promo und sagt dass das so sein muss? Hat da jemand Betriebswirtschaft studiert? Aber hier kommen wir jetzt natürlich in die konkrete Kalkulation des Labels, wenn die das nicht können, dann heisst das noch lange nicht, dass ihr kein Geld bekommen solltet, und ich werde jetzt auch den Teufel tun und denen hier eine bezahlbare Kampagne ausbreiten!) sind natürlich 3500 also sind wir bei 2500 für's Label. OK, Versand auch noch sind nochmal 1750,- weg bleiben noch 750,-

Vertrieb - bekommt 6000,-

So, und jetzt muss man sich halt einfach als Band über ein paar Fragen klar werden Welche Ausgaben ist man bereit als Werbekosten zu investieren? Ist es wert 6000,- in den Vertrieb zu investieren? Ist es wert 5250,- in Promo-CDs zu investieren? Ist es wert 750 in ein Label zu investieren, die nicht mal ihr eigenes Überleben richtig kalkulieren können?

Und ist es fair, dass alle (!!) verdienen (auch wenn's wenig ist, darüber müssen wir jetzt nicht reden!) ausser der Band???? Und wenn das Label Freunde von Euch sind, dann geben sie Euch gerne die Hälfte davon ab und wenn das über den Umweg Gema läuft, habt Ihr den Vorteil, dass Ihr für evtl. Radioplay, für Einsätze in vielleicht irgendeiner Fernsehshow als Source-Musik oder ähnliches halt auch noch an Eurem Schaffen verdient und das Euch auch _zusteht_!!

Meiner Meinung nach liegt der Fehler in der Kalkulation des Labels und deren völlig überteuerter Marketing-Kampagne. Und das in Zeiten, in dene jeder mal auf 'ne Homepage kann und dort sich die Sachen anhören.

Und jetzt noch zu den anderen Verwertungssachen: gerade Eure Musik ist doch ziemlich interessant für eine Sendung, die sowas als Source-Musik braucht. Dazu muss man natürlich Verbindungen herstellen... ich hör jetzt auf, weil ich nicht hier bin um Marketing-Unterricht zu geben und ich auch finde, dass solches Know-How was wert ist und ich meine Ideen nicht für Umme heir reinstelle. Sorry, aber ich habe manchmal Hunger und wenn dann der Kühlschrank leer ist, ist scheisse!

Noch was: Wenn Ihr selbst schon von so einer schlechten Performance für ein Album ausgeht, wie soll Euch denn da jemand anderes trauen? Damit meine ich natürlich nicht, dass man völlig überzogene Vorstellungen haben sollte, aber ein bisschen träumen und für diese Träume kämpfen gehört halt auch dazu!

Nix für ungut!!!
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Beitrag von wonshu » 02 Sep 2004 - 11:32

PS: und dann sind wir eben in einem Liebhaberbereich und wie ich schon gesagt habe, da macht doch einfach was ihr wollt, ausser versuchen, damit Erfolg zu haben und/oder Geld zu verdienen
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Beitrag von metalfish » 02 Sep 2004 - 12:56

:D Nochmal danke für die Mühen hier, Wonshu. Echt top!

Also. Wie du in deiner Rechnung auf diese Zahlen kommst ist mir aber schleierhaft, bzw es ist irgendwie unklar, ob das Ausgaben oder Einnahmen darstellen sollen. Ist meine Rechnung oben denn deines Erachtens falsch? Wenn ja wo? Sorry, wenn ich dir nicht folgen kann...
(Zwischenfrage: wer verschickt denn mehr als 50% der gesamten Auflage als Promo und sagt dass das so sein muss? Hat da jemand Betriebswirtschaft studiert?
Äh... Auflage insgesamt 2000, davon 700 Promos, macht WIEVIEL %? :lol: . Promoversendung Europaweit, da Vertrieb europaweit. Und du ahnst nicht, wieviel Zines, Zeitungen usw es gibt, die für unsere Musik relevant sind.

Im Endeffekt investieren wir an der ganzen Sache NICHTS, denn alle Kosten zahlt unser Label, und wir erhielten einen Vorschuß. Hätten wir das selber gemacht, sähe das anders aus, klar. Also bis zu diesem Punkt für uns nur Nutzen, keine Kosten.
Und ist es fair, dass alle (!!) verdienen (auch wenn's wenig ist, darüber müssen wir jetzt nicht reden!) ausser der Band????
Ich sag mal so: Verkauft sich die Erstauflage und schluß, sind alle im Endeffekt null auf null raus... äh, ich spreche hier nur von Band und Label. Verkauft sich die Platte weniger, zahlt das Label drauf. Boomt die Scheibe (und ein wenig zeichnet sich das witzigerweise ab, für unsere Verhältnisse zumindest), dann verdient das Label UND wir, und zwar durch die Cd selber. Klar, in diesem Fall geht uns Geld von der GEMA flöten.
gerade Eure Musik ist doch ziemlich interessant für eine Sendung, die sowas als Source-Musik braucht.
ich hab schon ne weile keinen Fernseher mehr, kann mich aber nicht an EINE Sendung erinnern, die epic Doom Metal laufen gelassen hätte... wenn überhaupt metal, dann Metallica oder andere Giganten.
Wenn Ihr selbst schon von so einer schlechten Performance für ein Album ausgeht, wie soll Euch denn da jemand anderes trauen?
Ich hab nie behauptet unsere Platte würde sich nicht verkaufen, oder? Ich ging schon von Anfang aus, daß die Erstauflage auf alle Fälle weggeht. Evtl sogar mehr. Und das Label ging davon ebenfalls aus, sonst hätten die das nicht gemacht. Klar supporten die den metal, aber wenn man selber drauflegt, ist meist Schluß mit Support....

Wie gesagt, wir kriegen je nach Verkaufszahlen ja unseren Anteil über die Royalties, und wenn es ein Burner wird, wird die nächste Platte logo auch bei der Gema angemeldet.

P.S.: Eine befreundetet Band ist seit 10 Jahren in der Szene aktiv, hat die dritte Veröffentlichung, und bis heute keine Gema-mitgliedschaft.

PP.SS: Klar, ich denk auch wir könnten mehr rausholen, unser Album ist FETT, und die Reaktionen überwältigend. Knackpunkt ist nur: Das hiesse mehr Zeit investieren, und dazu sind wir alle nicht bereit. Ich hab Familie und Job, die anderen so ähnlich... lange Touren kommen bei uns allen nicht in Frage. Das nur zur Info, dann verstehst du mich evtl besser. Es heisst nicht daß wir auf keinen Fall was dran verdienen wollen, sondern daß der Spaß der Motor sein sollte.
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Beitrag von Robse » 02 Sep 2004 - 13:47

Also die Rechnung verstehe ich überhaupt nicht. Woher kommen die Zahlen? Bist Du sicher das Du da nicht was durcheinandergeschmissen hast?

Grüsse
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Beitrag von wonshu » 02 Sep 2004 - 13:52

metalfish hat geschrieben::D Nochmal danke für die Mühen hier, Wonshu. Echt top!

Also. Wie du in deiner Rechnung auf diese Zahlen kommst ist mir aber schleierhaft, bzw es ist irgendwie unklar, ob das Ausgaben oder Einnahmen darstellen sollen. Ist meine Rechnung oben denn deines Erachtens falsch? Wenn ja wo? Sorry, wenn ich dir nicht folgen kann...


(Zwischenfrage: wer verschickt denn mehr als 50% der gesamten Auflage als Promo und sagt dass das so sein muss? Hat da jemand Betriebswirtschaft studiert?
Äh... Auflage insgesamt 2000, davon 700 Promos, macht WIEVIEL %? :lol: . Promoversendung Europaweit, da Vertrieb europaweit. Und du ahnst nicht, wieviel Zines, Zeitungen usw es gibt, die für unsere Musik relevant sind.
Das war natürlich mein Fehler, weil ich jetzt die Rechnung fäschlicherweise :-( mit einer Auflage von 1200 anstatt 2000 gemacht habe. Aber es ändert eigentlich nur daran, dass mehr beim Label und Vertrieb hängen bleibt. Rechne's einfach noch mal durch!

Zum Rest stehe ich einfach und es ist eben genau so, wie ich gesagt habe: Es ist Spass und Liebhaberei (und das finde ich saugut, nur dass wir uns da nicht missverstehen!!!) und dann ist das für Euch auch OK.

Allerdings finde ich es schwierig, jemandem der vielleicht in diesem Bereich noch eine Zukunft hat (sorry das meine ich _nicht_ musikalisch, aber so wie Du Deine Band beschreibst herrscht da einfach nicht der Drive und das Interesse, es noch mal wirklich zu versuchen, wie gesagt: das ist auch OK!!!!) gleich einen falschen Eindruck von den in der Industie herrschenden Strukturen und Gesetzen zu geben. Das ist alles.

Nochmal zum Fernsehen, falls es nicht klar ist was Source-Musik ist: Das ist Zeug, was bsw auf ner Party aus den Lautsprechern oder in der Küche aus 'nem Kassettenrekorder kommt und nicht Soundtrack ist, und gerade für solche Sachen ist der Underground sehr interessant und bringt halt dann auch Geld ein. Ist natürlich aber auch Aufwand, das zu verkaufen und an die richtigen Stellen zu bekommen.

Cheers
wonshu

PS: Es wäre auch cool gewesen, zu wissen, dass Ihr nen Vorschuss vom Label bekommen habt... so machen wir halt alle die Rechnung hier mit falschen Zahlen und Informationen und irgendwann wird's dann nur noch peinlich... in dem Fall für mich :-)
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Beitrag von metalfish » 02 Sep 2004 - 14:08

Wonshu: Das mit dem Vorschuß hatte ich erwähnt, irgendwann vorher... ist aber auch schon echt viel Text geworden. Interessant auf jeden Fall!

Zu unserer Band: Hm, ja, ich glaub auf "Starrummel" und "big business" hat bei uns keiner Bock. Unser Ziel ist "Gute Musik machen, die den Leuten gefällt, UNSERE Musik durchziehen, Spaß haben und nicht draufzahlen müssen. Auftreten, Bierle trinken". Ist doch ein guter Ansatz finde ich. Alles andere ergibt sich oder nicht. Wenn das jetzt zB sich 100.000 Mal verkaufen würde, und wir Gäste bei Wetten Daß..? werden würden, usw, kann sich das ja evtl auch ändern. Aber mit sowas zu kalkulieren machen IMHO nur die ganz jungen, die noch träumen. Wir bleiben da lieber realistisch.
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Beitrag von wonshu » 02 Sep 2004 - 14:14

Jetzt mal generell:

Es gibt ein OK-Leben jenseits des großen Ruhmes, in dem man genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und auch mal Urlaub hat.

Und wenn Du mich fragst, ist _das_ realistisch und nicht zu denken, dass es entweder die Couch von Gottschalk oder nix ist...

Und übrigens: gerade im Metal habt Ihr den riesigen (!!!!!!!!) Vorteil dass das Publikum so loyal und treu ist!! Aber dass man aus den Peers auch kein Kapital schlagen will kann ich auch verstehen, das ist letztlich alles Teil der Lebensphilosophie...

Andererseits durch die Metal-Festivals ziehen ist doch eigentlich wie a permanent vacation oder nicht? Da hat man doch genau das Leben was Du beschreibst...

Cheers
wonshu

PS: Hast nochmal durchgerechnet? Dann bleiben beim Label nämlich etwa 3500,- hängen.... musst ja nämlich nur die Kosten für die Promos, die ich sozusagen doppelt gerechnet hatte, wieder dazurechnen...
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Beitrag von metalfish » 02 Sep 2004 - 16:01

Klar, daß es was zwischen Superstar und Hobbymusiker gibt. Ich kenn da welche, die da sich befinden. Ich sag nur DSDS Kandidat :wink:
Nur ich seh auch, was das bedeutet, für das Leben usw, und das ist etwas wozu ich einfach nicht bereit bin. Dann lieber kleinere Brötchen.

Und ich kenne auch etliche aus der Metalszene, die sich dazwischen befinden. Und es ist einfach so bei allen: Die verdienen da was dran, sie haben Ruhm, spielen auf festivals... und die allermeisten können trotzdem nicht von leben, und nehmen für Auftritte/Touren Urlaub beim daytimejob. Und das auch bei Bands die in der Szene die Obersten sind, Vorbild für alle, Urgesteine. Es ist einfach für nur SEHR wenige genug drin daß es reichen würde, um davon Famile, Haus usw zu unterhalten. Und schau dir zB mal an wie Edguy oder Stratovarius leben. Genau SOWAS wollen wir in der Band nicht.

Zu deiner Rechnung: Robse hat ja auch ein Minilabel und meine Rechnung mehr oder weniger bestätigt. Deine Rechnung kapier ich ja nicht, und kann deswegen auch nicht rückwärts rechnen. Meine Sah so aus
Sagen wir mal die Pressung kostet 1800 Euro insgesamt.

Versendung von 700 Promos europaweit (700*2,50 Euro pauschal)=1750 Euro.

DannVorschuß für uns dazu.

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Mist, JETZT ist es OT :?
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Beitrag von wonshu » 02 Sep 2004 - 16:35

OK, da ich gerade ablenkung brauche... nochmal die Rechnung, bitte verbessert mich wo immer es geht:

In Stückzahlen:
Auflage: 2000
Preis pro Stück 10
Promosück: 700
macht 1300 verkaufte

So und jetzt in Geld:

Gesamtumsatz: 13000

same page?

also, wir waren ja von 50% für den Handel ausgegangen, jetzt machen wir's mit den erwähnten 40%

Handel bekommt: 5200

bleibt so far für's label: 7800
portokosten für die promos: 700 X 2,50 = 1750
Pressung = 1800

bleibt so far: 4250,-


jetzt kenn ich natürlich Euren Vorschuss nicht und der geht mich auch nichts an!

Die Auswertung dieser Zahlen werde ich diesmal nicht machen...

Cheers
wonshu

PS: Warum denken eigentlich alle immer, dass man, wenn man vom Musikgeschäft und Geld spricht, immer sofort an DSDS oder ähnliche Formate denkt? Das ist einfach nicht wahr und es gibt ganz viele andere Realitäten. Aber dass das Musikgeschäft als Musiker in einer Band sehr viel Fluktuation, Unsicherheiten und generell nicht in jedem Fall die Basis für eine Familie darstellt dürfte wohl jedem klar sein. Falls nicht.... here is the wakeup call....

PPS: und der unterschied zu meiner zahl vorher ist vor allem dass es nicht 1200 sondern 1300 stück waren und nicht 50% sondern 40% für den Vertrieb
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