Harrison Mixbus 2.0

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tompisa
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Re: Harrison Mixbus 2.0

Beitrag von tompisa » 05 Dez 2012 - 8:41

Interessant. Werde mir mal die Demo zehen. Bin aber mit demX- Verb im Grunde mehr als zufrieden.

Erzähl mal warum Du Dich entschieden hast für das PlugIn. Sicher auch wegen dem exzessiv tweakable Aufbau (?)

Kannte ich bisher gar nicht die Firma.
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Stephan S
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Re: Harrison Mixbus 2.0

Beitrag von Stephan S » 05 Dez 2012 - 10:34

Ach, ich dachte du kennst Aether..
Ich finde den alten Reverb-Thread nicht mehr, daher kurz hier:

Von der Tail (in den Raum und Hall Presets) liegen beide in etwa gleich und mir gefällt die Einfachheit des GUI vom X-Verb deutlich besser. Außerdem ist es nicht so ein CPU Killer. Genaugenommen hatte ich mich schon dafür entschieden, bis ich gemerkt habe dass ich es als besser beurteilte, da ich es lieber haben wollte. Bis ich dann einen Bug in der 32bit Version gefunden habe, der mich etwas auf den Boden geholt hat (bei Änderung der Size bleibt manchmal links eine bassige Wolke stehen, die sich auch nicht mit dem Stopp Taster beenden lässt)
Als Workhorse für den Studioalltag taugt das X-Verb etwas mehr, man kommt innerhalb dessen, was geht, schneller ans Ziel- allerdings sind die Presets des B2 sinnvoller (siehe Voice Palette, die ist wirklich vorbildlich).

Dann habe ich mir noch die 480er Demo von Relab gezogen und musste feststellen, dass dieser weite lebendige Raum,
der durch das Chorusing der Delays in den Lex Teilen entsteht und mir immer so gefallen hat, mit dem X-Verb einfach nicht möglich ist.
Hatte es einen ganzen Abend probiert.
Es sind also die ERs, die den großen Unterschied machen, beim B2 bis zu 1000 Stück, beim X-verb 2 x 3. Beim 480er waren es 2x 20, die alle im Panorama verteilbar waren.
Der Chorus Room des 480er war mit wenigen Aktionen sehr genau kopiert, nur dass er insgesamt deutlich klarer und moderner wirkt, was ich erstmal gut finde.
Die haben da so eigene Algorithmen für die Verteilungsmuster der ERs, der ihr Geheimnis sind und die für die genau richtige Portion Zufall sorgen, für Weiteres gibt es zusätzlich den Chorus.

Dazu kommt die Dual Engine, die eine klassische Aufteilung von ER und Tail zulässt oder auch zusammen für noch komplexere Halleindrücke nutzbar ist.
Letztlich ist man mit dem B2 flexibler und hat mehr Optionen in Richtung "larger than live".
Distortion und Dynamics hielt ich erst für nutzloses Beiwerk aber auch das tuts sehr gut- man bekommt sozusagen noch einen farbenfrohen Kompressor mit dazu.

Auch ist die Kommunikation mit den beiden Entwicklern sehr einfach und klar, nur dass sie sich noch über den genauen Zeitpunkt für 64bit Releases ausschweigen- wird seit September immer für zwei Wochen verschoben, da stecken sie noch in Detailfallen.
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Re: Harrison Mixbus 2.0

Beitrag von tompisa » 08 Jan 2013 - 0:51

Ziemlich spät dieser zusätzliche Kommentar, aber ich ping einfach nochmal an. Wie ist mittlerweile Deine Erfahrung mit Aether ? Immer noch begeistert ?

Das X Verb ist gut , aber es fehlt mir etwas (frag mich mal "was"). Ein Arbeitstier wie Du schon sagtest, aber -gefühlt- langweilig (wie jede Software ?)

Frage mich, ob ich noch ein TC4000 kaufen soll. Ich liebe halt Hardware , aber bin auch begeistert von einigen 4000erPresets, die ich gehört habe. Die Bedienung finde ich darüber hinaus sehr gut. Ich weiß, dass ich da immer Spur für Spur den Reverb reinschleifen müsste via AES/BUS, aber der Hall des Gerätes klingt einfach sahnig in meinen Ohren. Ich gebe zu , dass ich aufgrund meiner Hardwareliebe Audio-Psychoeffekte nicht ausschließen kann.

Kannst Du mir sagen , ob Du bisher mit Lex, Bric oder TC gearbeitet hast und vergleichen kannst, was Ather betrifft ? Ich wäre gespannt
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Re: Harrison Mixbus 2.0

Beitrag von Stephan S » 12 Jan 2013 - 13:18

Bin immer auf Lex gewesen. TC Reverbs mochte ich nie- egal welche Preisklasse.
Bricasti hätte ich gerne, hatte ich aber noch nie.

Hör dir mal B2 an, wenn dich das nicht zufrieden stellt, ist mE Hardware angesagt.
Das Vintage Teil von Valhalla ist auch nett, was den Vergleich mit Lex betrifft- aber wie der Name schon andeutet, fehlt es an Präzision gegenüber modernen Reverbs, wenn das gewünscht ist. Könnte aber das gewisse Etwas, das dir beim X-Verb fehlt beinhalten.

Beide Anbieter bieten Demoversionen.
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Re: Harrison Mixbus 2.0

Beitrag von pyrolator » 12 Jan 2013 - 15:15

Ist ein bisschen off-topic aber ich bleib mal bei derselben Frage.
Bis vor 4 Jahren habe ich beim Hall immer nur auf Outboard gesetzt, Lexicon, wenns gut sein sollte, und ein Sony und eine Spacestation für die spezielleren Sachen. Mir geht es da wie Stefan, TC war nie mein Ding....
Vor ein paar Jahren habe ich für eine Fachzeitschrift mal als Tester Hallfahnen von Software beurteilen sollen, und da gefiel mir sehr sehr wenig.
Seit ich den Aether (und diverses von Audioease) habe, bleibe ich im Rechner. Meine Hardware steht rum und wird bald verkauft. Für mich bleiben da keine Wünsche offen. B2 mag die ultimative Steigerung sein, aber ich weiss nicht, ob der Prozessor da noch mitmacht, scheint ja sehr hungrig zu sein.
Gestern war ich beim Mastern und der Fachmann lobte die Räume und Auflösung in der Tiefe - das hatte ich auch noch nicht von ihm gehört, spricht aber wieder mal eindeutig für Aether, diesmal hatte ich nämlich nur ihn in mehreren Instanzen verwendet.....

Grüsse
Pyro
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Re: Harrison Mixbus 2.0

Beitrag von SecretStar » 13 Jan 2013 - 1:23

Hallo,

Ich hab jetzt Mixbus mal mit zwei MacPro getestet. läuft natürlich wesentlich besser als mit Jack. Gibt es ne Möglichkeit bei externe Audiointerface
Parallel an einem Rechner zu betreiben. Ich will keine zwei Macs laufen lassen.
Tscho
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Re: Harrison Mixbus 2.0

Beitrag von Tscho » 13 Jan 2013 - 10:17

Ich verstehe nicht ganz, was du da genau gemacht hast. Jack läuft doch immer, sobald du Mixbus anwirfst ...

Johannes
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Re: Harrison Mixbus 2.0

Beitrag von Stephan S » 14 Jan 2013 - 14:40

pyrolator hat geschrieben:B2 mag die ultimative Steigerung sein, aber ich weiss nicht, ob der Prozessor da noch mitmacht, scheint ja sehr hungrig zu sein.
Lässt sich durch Oversampling und dual- oder single Option recht gut skalieren. Du bekommst die gleiche Tiefe wie bei Aether bei gleicher Auslastung- aber da ist halt nicht Schluss. Außerdem lassen sich online und offline Prozesse unterschiedlich skalieren.
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Re: Harrison Mixbus 2.0

Beitrag von tompisa » 14 Jan 2013 - 15:03

B2 und Aether sind klanglich usw. dasselbe Kaliber ? Sorry, ich steige bei den vielen Produkten dort nicht richtig durch.
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Re: Harrison Mixbus 2.0

Beitrag von Heiner » 14 Jan 2013 - 15:09

Ich kann euch vom Vorstand mitteilen: wer hier nicht zum Thema Mixbus schreibt fliegt für 36 Montate raus. Mir wäre das persönlich ein bisschen zu lange.

Hth
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Re: Harrison Mixbus 2.0

Beitrag von Tscho » 18 Jan 2013 - 10:08

Nach gut zwei Wochen Mixbus kann ich ein erstes Fazit ziehen:
Kurz: jetzt ich weiß, was ich an Logic habe - und was mir in Logic fehlt ;-)

Ich hatte zuerst Logic per Jack in Mixbus gepatched, bin dann aber dazu übergegangen, die Tracks aus Logic zu exportieren und nur in Mixbus zu mischen.

Manches ist erstmal anders (z.B. die Handhabung von Cycle-Play, Tastenkürzel, manche Routing-Sachen)

Was ich an Logic habe:
  • • jede Menge PlugIns. Witzigerweise war das erste, was mir in Mixbus fehlte, ein so simples Tool wie der Direction Mixer, um mal eben die Overheads zusammenzupannen und eine MS-Gitarre zu decodieren. Ich arbeite bis auf EQuality und Compassion praktisch nur mit den Logic eigenen Plugins, die in Mixbus natürlich nicht laufen. Also musste ich erstmal nach Alternativen suchen.

    • Takefolder und Quick Swipe Comping
    Das ist in Mixbus wesentlich umständlicher. Auch wenn die Track-Playlists mehrere Takes auf einem Track ermöglichen, so ist es mit viel Handarbeit verbunden.

    • Das Routing ist flexibler
    Subgruppen in andere Subgruppen zu routen ist im Mixbus-Konzept nicht wirklich vorgesehen (und nur über Umwege möglich)

    • Und natürlich der ganze Bereich Midi, der in Mixbus gar nicht existiert. Noten, Piano Roll. Auch Aliase fehlen, Loops mit einem Klick ... you name it

    • Wenn der Rechner an die Grenzen kommt, läuft Logic stabil und flüssig, während Mixbus ziemlich zäh wird.
Zum Arrangieren und Tracking bleibe ich ganz klar in Logic.

Was mir an Mixbus gefallen hat (und mir schon nach wenigen Stunden in Logic fehlt):
  • • Die Übersichtlichkeit des Mixers
    Die wichtigsten Parameter sind sofort im Blick und per Powermate/Mausrad zu verändern, ich kann Kanäle gruppenweise ein und ausblenden, muss nicht erst einen Send anlegen, wenn ich einen Effekt oder eine Subgruppe brauche. Sprich: ich kann einfach mixen, statt ständig zu patchen und plugins auf und zu machen. So banale Dinge, wie den Lowcut aller Hamonieinstrumente einzustellen, um dem Bass Platz zu machen - in Mixbus eine Freude, in Logic ein ewiges Geklicke.

    • Transportfunktionen
    Ich hatte nicht erwartet, dass Mixbus mich an dieser Stelle überrascht. Aber da sind einige Funktionen wirklich durchdacht. So sind die ersten 9 Marker automatisch Locatorpunkte auf dem Ziffernblock der Tastatur. Und AutoReturn ist einfach nur genial. Letztlich habe ich beim Mischen in Mixbus nur noch den Mixer offen und brauche weder Timeline noch Editor.

    • Editfunktionen
    Auch hier war ich überrascht, was Mixbus an durchdachten Tools anbietet. Trimmen geht mit einfachen Klicks, Ausschneiden per Rangetool, es gibt Anfasser für Fades (fehlt mir in Logic schon seit ich mit FCPX arbeite), Regionen sind transparent, wenn man sie übereinander schiebt (und können unabhängig von Fades auch überlappend spielen). Und auch im Editor kann ich Spuren Gruppenweise ein und ausblenden.

    • Gain staging
    Mixbus hat mit Region Gain Envelopes eine zusätzliche, von der Automation unabhängige Möglichkeit, die vor allem beim Pegeln einzelner Töne/Phrasen hilft und mir den Fader für die musikalische Arbeit frei lässt. Auch dass jeder Kanal einen Trim-Regler hat, erspart mir viele Gain-Plugins.

    • Der Support
    Das wurde hier ja schon öfter erwähnt. Ich kann das nur bestätigen: der Support sucht seines Gleichen. Sowohl per Email als auch per Chat hatte ich meist innerhalb weniger Minuten eine Antwort. Das hat mir den Einstieg sehr erleichtert und zu brauchbaren Lösungen verholfen, wenn ich feststeckte (nach 25 Jahren Logic ist man manchmal doch ein bisschen unflexibel im Denken ;-)
Mixen macht mir in Mixbus einfach mehr Spaß und das Ergebnis klingt gut.
Ich vermute, dass ich ein ähnliches Ergebnis auch mit Logic hinbekommen würde, schließlich sind es die selben Ohren und die selbe Soundvorstellung, die meine Entscheidungen lenken. Ob Mixbus anders summiert kann ich nicht sagen. Es wäre mir auf jeden Fall zu schade, Mixbus nur als Summierer in Logic Busse zu patchen.

Johannes
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Re: Harrison Mixbus 2.0

Beitrag von Clemens Erwe » 18 Jan 2013 - 10:29

Tscho hat geschrieben: ... es gibt Anfasser für Fades (fehlt mir in Logic schon seit ich mit FCPX arbeite), ...
Die kann Logic auch - entweder per "Ctrl-Shift-Klick" an den oberen Ecken der Region oder per Click-Zonen (Einstellungen->Allgemein->Bearbeiten)
So sind die ersten 9 Marker automatisch Locatorpunkte auf dem Ziffernblock
In Logic's Tastaturbefehlen gibt es "zu Marker x" von 1-20. Du kannst also ratzfatz diese Option nachbauen.

Clemens
Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Harrison Mixbus 2.0

Beitrag von Tscho » 18 Jan 2013 - 10:49

danke Clemens. Manchmal muss man offensichtlich fremdmixen (und darüber posten), damit man die vertraute DAW neu kennen lernt ;-)

Johannes
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Re: Harrison Mixbus 2.0

Beitrag von Clemens Erwe » 18 Jan 2013 - 11:10

Oder anders formuliert:

Mixbus mag einen guten Support haben, aber Logic hat Logicuser.de :)
Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Harrison Mixbus 2.0

Beitrag von Tscho » 18 Jan 2013 - 11:34

Definitiv. Ohne logicuser.de wäre ich auch nie auf Mixbus aufmerksam geworden ;-)

Johannes
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