DAW Empfehlung für Anfänger?

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Peter Ostry
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DAW Empfehlung für Anfänger?

Beitrag von Peter Ostry » 31 Jan 2017 - 6:25

Ich will einem Freund eine DAW empfehlen. Er ist Anfänger und will hin und wieder private Choraufnahmen geringfügig bearbeiten, schneiden, In/Out Fades setzen und die Lieder einzeln auf die Platte schreiben. Die Aufnahmen sind 24 Bit Stereo Files von einem Olympus Recorder.

Er weiß noch nicht, ob er das überhaupt kann.
DAW muss unter Mac OS Sierra laufen.
Soll nichts oder wenig kosten.
Deutsche Sprache.
Wenige Spuren sind genug.
Wenig RAM und Plattenplatz vorhanden.
Der Rechner ist so ein hübsches schlankes weißes MacBook, weiß im Moment nicht was genau.

Habe probiert bzw. angeschaut und gesucht ...
Das aktuelle ProTools First (gratis) kann ich nicht einmal mehr auf meinem El Capitan installieren.
Audacity (gratis) offenbar ab Sierra inkompatibel.
Studio One scheint ebenfalls Probleme mit Sierra zu haben.
Reaper ($60) ist nur halb ins Deutsche übersetzt.
Logic ist zu teuer und zu groß.

Mir sind nur zwei übrig geblieben:
GarageBand – wäre das geeignet?
Cubase Elements liegt mit €100 an der Schmerzgrenze, ist vielleicht klein genug.

Hat jemand einen andere Empfehlung?
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Re: DAW Empfehlung für Anfänger?

Beitrag von d/flt prod. » 31 Jan 2017 - 6:51

wie sieht's denn hiermit aus:
https://www.ppvmedien.de/Cubase-LE-8-Vo ... ial-2-2015

oder hiermit:
https://www.ppvmedien.de/Wavelab-LE-9-V ... ial-1-2017

soll beides unter sierra laufen:
https://helpcenter.steinberg.de/hc/de/a ... g-Software

sollte er seine leidenschaft/sein talent entdecken, kann er immer noch auf ne größere version upgraden.
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Re: DAW Empfehlung für Anfänger?

Beitrag von Clemens Erwe » 31 Jan 2017 - 7:59

Peter Ostry hat geschrieben:GarageBand – wäre das geeignet?
Das wäre mein erster Tip.
Vorteile:
- es ist schon da - kein Installationsaufwand / keine Kosten
- Es ist zu Logic aufwärtskompatibel
- alle AU-Plugins können verwendet werden
- wenn man mehr will, hat man in Logic bekannte Bedienelemente
- es ist einfach - die "Anti-Knacks-Fades" werden automatisch gemacht

Nachteile:
- es gibt keine echten (Cross-) Fades (->also 2 Spuren und Automation)
- es gibt keine Busse
- es gibt nur zwei Sends

Ich finde, die Nachteile sind der einfachen Bedienung zuträglich.
Lass ihn da erstmal die Grenzen erreichen - dann sind die 100 für Cubase schon ein halbes Logic.

Die kleinen Cubase-, Protools-, oder Studioone-Versionen können übrigens keine externen Plugins (soweit ich weiß).

Meiner (voreingenommenen) Meinung nach gäbe es noch die "Bäh-Lösung" -> Audacity. (Ich mag das einfach nicht)
Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: DAW Empfehlung für Anfänger?

Beitrag von Don Banane » 31 Jan 2017 - 8:31

Moin, es kommt darauf an wie hoch die Bereitschaft ist sich in Funktionen einzuarbeiten.
Wenn diese einigermaßen hoch ist, wäre Reaper mein Tip. Hat eine mehr als faire Testzeit und kann für einen schmalen Taler erworben werden. Hat meines Erachtens sogar einen Funktionsumfang, der sich nicht vor den "Großen" verstecken muß...und passt sogar ohne Weiteres auf einen USB Stick.

Gruß Don
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Re: DAW Empfehlung für Anfänger?

Beitrag von Dingo » 31 Jan 2017 - 9:20

Ja Reaper, womit ich noch nicht gearbeitet habe oder Studio One Artist + Melodyne mit dem ich in letzter Zeit aufnehme und Audio bearbeite.
Studio One flutscht ohne Ende. Ich habe zwar viele Abstürze wenn die Bearbeitung mit Melodyne eingeschaltet wird.
Da es aber sehr schnell startet, wohl weil keine Plugins gesacannt werden, ist's für mich ok.
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Re: DAW Empfehlung für Anfänger?

Beitrag von d/flt prod. » 31 Jan 2017 - 10:26

Clemens Vill hat geschrieben: Die kleinen Cubase-, Protools-, oder Studioone-Versionen können übrigens keine externen Plugins (soweit ich weiß).
zumindest die kleine cubase-version kann auch vst-plugins.

ich persönlich mag garageband ja überhaupt nicht. irgendwie komme ich damit nicht klar. kann aber auch daran liegen, dass sachen nicht so wie in logic bzw. wie erwartet funktionieren.
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Re: DAW Empfehlung für Anfänger?

Beitrag von Peter Ostry » 31 Jan 2017 - 10:35

Schönen Dank, ich denke da kristallisiert sich was Vernünftiges heraus. Ich kenne diese Choraufnahmen, habe schon einige davon bearbeitet. Derzeit hofft er noch, dass man sie nur zerschneiden müsste und alles sei gut. Das wird sich bald ändern, aber die Bedienung des Programmes soll keine große Hürde darstellen.

Reaper ist aus dem Spiel, die deutsche Übersetzung ist eine Katastrophe und das Manual für einen Anfänger sehr schwer verständlich. Audacity hört meines Wissens mit El Capitan auf. Von Studio One lese ich viele Sierra-Probleme, sowas darf ich ihm nicht zumuten. Er weiß ja dann nicht, ob er oder das Programm oder das System die Fehler machen.

——

Das kleinste Cubase wäre ok, aber auf GarageBand hatte ich gehofft:
Clemens Vill hat geschrieben:
Peter Ostry hat geschrieben:GarageBand – wäre das geeignet?
Das wäre mein erster Tip.
Damit würden sich Kompatibilität, Updates und die Sprache weitgehend von selbst regeln.

Zwei Fragen dazu:

1. Am Anfang und am Ende jedes Liedes muss er unterschiedlich faden, je nach Hintergrundgeräuschen. Das kann er mit Automation machen, korrekt?

2. Wie bekommt er die geschnittenen Regionen (= die Lieder) einzeln aus Garageband raus? Er braucht Files mit passenden Namen für die CD-Brennerei (Hofa).

——
d/flt prod. hat geschrieben:ich persönlich mag garageband ja überhaupt nicht. irgendwie komme ich damit nicht klar. kann aber auch daran liegen, dass sachen nicht so wie in logic bzw. wie erwartet funktionieren.
Du weißt ja was du willst, wahrscheinlich kommt es dir deswegen in die Quere. Falls ich Garageband vorschlage, installiere ich es zuerst bei mir. Dann kann ich abschätzen, ob es zumutbar ist.
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Re: DAW Empfehlung für Anfänger?

Beitrag von root_himself » 31 Jan 2017 - 11:07

tracktion.com mal angesehen?
$> man women
$> Segmentation fault (core dumped)
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Re: DAW Empfehlung für Anfänger?

Beitrag von Clemens Erwe » 31 Jan 2017 - 11:28

zu 1. ja
zu 2.Der Export auf Festplatte kann auf den Cycle-Bereich begrenzt werden

Ich hatte als Mac-Anfänger zwar relativ schnell Logic Express, habe aber trotzdem kleine Sachen mit Garageband gemacht, weil die Einarbeitung (in Logic) erstmal gedauert hat und kleine Sachen in GB ratzfatz fertig waren.
Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
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Re: DAW Empfehlung für Anfänger?

Beitrag von Peter Ostry » 31 Jan 2017 - 11:38

root_himself hat geschrieben:tracktion.com mal angesehen?
Kleinste Version bis OSX 10.10
Mittlere Version bis OSX 10.11
Nicht weit genug.

——

@Clemens
Danke, ich installier mal GarageBand.
He, das kostet ja 5 Euro. Räuber ...
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Re: DAW Empfehlung für Anfänger?

Beitrag von Stephan S » 31 Jan 2017 - 12:26

Garbage Band oder Ardour 5.5, das Libre Office für Audio. Je nach Anspruch.
Ich finde die Einarbeitung in das ProTools Style Editing bei Ardour lohnt sich, insbesondere wenn er zunächst nur schneiden und faden will (das flutscht nach wie vor um Längen besser als jedes Logic). Upgrade auf Mixbus jederzeit für 75$. Spuren ohne Ende, AU und VST vorhanden, jederzeit dicken Support von der Community, auch in deutsch. Solange er sich auf Audio beschränkt ist das die beste und eleganteste Lösung- und dann noch gratis. Läuft sehr gut auf Sierra und lässt sich im Gegensatz zu alten Versionen ohne große Kenntnisse installieren. Der CPU Bedarf hält sich auch in Grenzen.
‹(•¿•)›
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Re: DAW Empfehlung für Anfänger?

Beitrag von JP_ » 31 Jan 2017 - 13:00

Was ist denn einfach mit Wavelab? Kann alles, oder?

Ansonsten würde ich auch immer reaper empfehlen, kommt aber etwas "nerdy" daher und ist daher wohl eher nix für Anfänger (für das bißchen rudimentäre Audiobearbeitung braucht man mE kein Handbuch...). Reaper spielt nicht nur mit mit den "Großen", sondern hat die mEn sogar in vielen Fällen schon deutlich überholt. Zumindest wenn es um echte Audiobearbeitung geht und nicht um MIDI, VSTi usw. Einzig der Preis steht in keinem Verhältnis zur Leistung...
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Re: DAW Empfehlung für Anfänger?

Beitrag von Peter Ostry » 31 Jan 2017 - 13:35

Stephan S hat geschrieben:Ardour 5.5 ... gratis.
Soviel ich sehe kostet Ardour mindestens $45. Ich hol mal die Demo und tu so, als ob ich sowas noch nie gesehen hätte.
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Re: DAW Empfehlung für Anfänger?

Beitrag von Stephan S » 31 Jan 2017 - 14:19

Peter Ostry hat geschrieben:Soviel ich sehe kostet Ardour mindestens $45.
Nein, nur wenn du Updates willst. Ansonsten reicht ein einmaliger Dollar.
Wichtig zu checken wäre die im Programm integrierte Hilfe- ich sehe kein deutsches Manual.
‹(•¿•)›
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Re: DAW Empfehlung für Anfänger?

Beitrag von Peter Ostry » 01 Feb 2017 - 2:16

@Stephan
Ich habe mich meditativ in die Erwartungshaltung der Person versetzt, die das Zeug bedienen will. Beim Anblick des jungfräulichen Ardour und den ersten Klicks wurde der Mund trocken, die Sehnerven verschlangen sich zu einer Doppelhelix und die optischen Erlebnisse waren denen nach dem Genuß einer großen Portion Fliegenpilz ähnlich – und du hast recht mit dem Manual, da gips nix deitsch.

ad Wavelab Empfehlungen
Wär sicher gut, ich kenne es nicht. Will mir aber jetzt keine Zeitschrift schicken lassen, um zum Testen an Wavelab LE zu kommen. Die kleine Kaufversion kostet wie bei Cubase €100, wobei ein Update auf das volle Wavelab nie und nimmer eine Option wird.

——

Das Paket ist geschnürt: GarageBand + Hofa

In GB gibt es eine einzige Preference, die man ausschalten muss: Normalisieren.
Eine die man besser einschaltet: Automation mit Region bewegen.
Eine Ansicht die man ausblendet: Library.
Audiospur machen, das Aufnahmefile reinziehen, schneiden, EQ etc.
Fades = Automation, 24 Bit (wie Aufnahme) Bounce per Region oder Cycle Range. Beim Bounce gleich nummeriert benennen, in die Hofa CD-Brennerei importieren und fertig ist es samt Pausen pipapo. Nur noch Albumname und so dazuschreiben. 16 bit, Dither, Red Book und CD-Text macht die Brennerei.

Kosten GB+Hofa €65 und schön deutsch. Dazu vielleicht noch einen billigen guten EQ, denn der Channel EQ ist leider zum Videospiel geworden. Ich denke so kann man entspannt lernen, wie ein Audiofile in ansprechender Qualität als Reihe von Liedern auf eine CD kommt.
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